Abgeordente wollen erstmals seit Mensalão-Prozess wieder eine Werbeagentur engagieren. / Copyright: Wikimedia Commons/ Agência Brasil
Abgeordente wollen erstmals seit Mensalão-Prozess wieder eine Werbeagentur engagieren. / Copyright: Wikimedia Commons/ Agência Brasil

Abgeordente wollen erstmals seit Mensalão-Prozess wieder eine Werbeagentur engagieren. / Copyright: Wikimedia Commons/ Agência Brasil

Das Abgeordnetenhaus wird die Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur wieder aufnehmen, um für sich zu werben. Eine solche Verbindung hat es seit dem Skandal um den Mensalão-Fall nicht mehr gegeben, der 2005 durch die Tageszeitung Folha de S.Paulo aufgedeckt worden war. Der Schritt ist Teil eines Maßnahmenpakets zur Verbesserung des Images des Abgeordnetenhauses, was auch eine Untersuchung zur aktuellen Bewertung der Einrichtung einschließt sowie das Monitoring der sozialen Netzwerke.

Die Ausschreibung für den Wettbewerb um die Agenturstelle soll in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Der Kostenvoranschlag liegt aktuell bei zehn Millionen Reais. Die Idee ist es Werbeanzeigen erstellen zu lassen, die die Wirkung der Entscheidungen des Kongresses für die Öffentlichkeit zeigen. Da es verschiedene Etappen bei der Ausschreibung geben wird, kann die neue Agentur voraussichtlich erst mit Beginn des Jahres 2015 mit der Arbeit beginnen. Im Mensalão-Prozess vor dem Obersten Gerichtshof Brasiliens war die Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur einer der Streitpunkte gewesen

2012 bestätigte der Gerichtshof, dass der ehemalige Präsident des Abgeordnetenhaues João Paulo Cunha immer wieder die Agentur von Marcos Valério Fernandes de Souza bevorzugt hatte, um dieser Verträge zu zu schieben, und dafür im Gegenzug 50.000 Reais kassiert hatte. Cunha, verurteilt wegen Korruption und Abzweigung öffentlicher Gelder, sitzt in der Strafanstalt von Papuda in Brasília ein.

Auf der anderen Seite hat die Kammer bereits einen Wettbewerb zur Suche eines Meinungsforschungsinstitut beendet, das Befragungen zu großen Themen im Bürgerhaus sowie zum Image der Einrichtung und öffentlichem Auftritt machen wird. Eine Bewertung der einzelnen Abgeordneten wird es aber nicht geben. Drei Institute hatten eine Bewerbung eingereicht, die noch beurteilt werden, bevor der Gewinner bekannt gegeben werden kann. Die Umfrage wird circa 500.000 Reais kosten. (ls)