Auf der Avenida Paulista in Sao Paulo fand am 1. November eine Demonstration gegen Dilma Rousseff statt. / Copyright: Wikimedia Commons, Heitor Carvalho Jorge
Auf der Avenida Paulista in Sao Paulo fand am 1. November eine Demonstration gegen Dilma Rousseff statt. / Copyright: Wikimedia Commons, Heitor Carvalho Jorge

Auf der Avenida Paulista in Sao Paulo fand am 1. November eine Demonstration gegen Dilma Rousseff statt. / Copyright: Wikimedia Commons, Heitor Carvalho Jorge

Sechs Tage nach der Wiederwahl von Präsidentin Dilma Rousseff sind rund 2.500 Menschen am Samstag (1.11) in Sao Paulo auf die Straße gegangen, um gegen das Wahlergebnis und die Regierung Rousseffs zu protestieren. Angestoßen wurde die Demo über die sozialen Netzwerke. Startpunkt war die Avenida Paulista vor dem Kunstmuseum der Stadt MASP ab 14 Uhr.

„Einen schönen Nachmittag, Demonstranten“, begrüßte die Anwesenden über das Mikrofon der Unternehmer Paulo Martins, der als Kandidat für einen Posten als Bundesabgeordneten über die Partei PSC in Paraná angetreten war. „Es ist unbestritten, dass die Arbeiterpartei eine Diktatur in diesem Land errichtet hat“, so Martins. Die Demonstranten applaudierten zustimmend. Um etwa 16:30 Uhr erreichten sie die Avenida Brigadeiro Luís António, um weiter bis zum Park Ibirapuera zu ziehen.

Mit einer Brasilienflagge über den Schultern nahm auch der Sänger Lobao an der Demonstration teil. Er sprach sich für eine Überprüfung der abgegebenen Stimmen aus und leugnete, dass die Demo einen erneuten Militärputsch im Land propagiere. „Hier gibt es niemanden, der dafür ist“, sagte er ins Mikrofon.

Die Veranstaltung wurde auch aufgrund von Spannungen zwischen Sympathisanten der Rechten und Linken aufgesetzt. Auf der Avenida Paulista hängten einige Bewohner rote T-Shirts aus dem Fenster und die Flagge der Kampagne zur Wiederwahl der Präsidentin. Als Antwort darauf riefen die Demonstranten „Fahr doch nach Kuba“. Sie blockierten eine Fahrbahn der Straße, sodass mobile Verkäufer dort T-Shirts mit der Aufschrift „Abtritt jetzt“ verkaufen konnten. Die Demonstranten forderten dabei nicht nur den Abtritt Rousseffs, ein Teil sprach sich auch für einen neuen Militärputsch im Land aus. (ls)