Der frühere Abgeordnete Pedro Corrêa muss wegen Korruption für über 20 Jahre ins Gefängnis. / Copyright: Agência Brasil Der frühere Abgeordnete Pedro Corrêa muss wegen Korruption für über 20 Jahre ins Gefängnis. / Copyright: Agência Brasil

Im Zuge der Ermittlungen um die Petrobras-Affäre ist ein weiterer Politiker zu über 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der frühere Abgeordnete der regierenden konservativen Partido Progressista, Pedro Corrêa, wurde am Donnerstag (29.10.) der Geldwäsche und Korruption für schuldig befunden. Dies ist bereits die zweite Verurteilung Corrêas wegen Korruption.

Das Gericht unter Vorsitz des Bundesrichters Sergio Moro sah es als erwiesen an, dass Corrêa Gelder in Höhe von 11,7 Millionen Reais (etwa 2,7 Mio. Euro) vom staatlichen Erdölkonzerns Petrobras als Bestechung erhalten habe, berichtet die Nachrichtenagentur Agência Brasil. Als Gegenleistung soll er bestimmten Bauunternehmen Aufträge des größten Konzerns Brasilien vermittelt haben.

Die brasilianische Bundespolizei ermittelt seit März vergangenen Jahres in der Operation „Lava Jato“ gegen mehr als 50 Spitzenpolitiker aus den Reihen von PT, PP, PMDB und vier weiteren Parteien sowie gegen rund 20 führende Unternehmer von zumeist Baukonzernen des Landes. Diese erhielten laut Staatsanwaltschaft überteuerte Aufträge. Der Gewinn sei in private Taschen oder in die Wahlkampffinanzierung beteiligter Politiker geflossen. Dadurch sei nach eigenen Schätzungen zufolge Petrobras ein Gesamtschaden von zwei Billionen US-Dollar entstanden.

Mit der Strafe Corrêas steigt die Anzahl der Verurteilungen im Zuge der Ermittlungen Lava Jato auf 41. Nach dem früheren Direktor des Dienstleistungsbereichs der Petrobras, Renato Duque, erhielt Corrêa die zweithöchste Strafe. Richter Moro wies darauf hin, dass die Taten in einem Zeitraum stattfanden, in dem gegen Corrêa bereits in einem anderen Kontext wegen Korruption ermittelt und er verurteilt wurde.

Als Richter Moro die Festnahme Corrêas anordnete, befand sich dieser gerade in offenem Vollzug. „Die Notwendigkeit ihn nun in geschlossenem Vollzug zu halten, folgt der Logik, dass Pedro Corrêa bereits wegen Korruption und Geldwäsche verurteilt worden ist“, heißt es im Urteilsspruch.

Quelle: Agência Brasil