2012 sollen die Verkäufe von Automobilen in Brasilien um 4,5 Prozent ansteigen / Copyright: ANFAVEA

2012 sollen die Verkäufe von Automobilen in Brasilien um 4,5 Prozent ansteigen / Copyright: ANFAVEA

Der Nationale Verband für Vertrieb von Automobilen (Federação Nacional da Distribuição de Veículos de Veículos Automotores, kurz: FENABRAVE) schätzte ein, dass der Verkauf von Automobilen und leichten Nutzfahrzeugen 2012 um 4,5 Prozent ansteigen werde. Beim Gespräch über die Perspektiven des Sektors teilte der Präsident der FENABRAVE, Flávio Antonio Meneghetti, gestern (04.01.) mit, dass die Wachstumsrate im zweiten Halbjahr 2012 stärker ansteigen werde als im vergangenen Jahr. Zurückzuführen soll diese Entwicklung auf den Rückgang der Nichtzahlungsfähigkeit und auf den Anstieg des Mindestlohns sein.

2011 stieg der Verkauf von Automobilen und leichten Nutzfahrzeugen um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Die Zahl war geringer, als die, die der FENABRAVE zuvor vorausgesagt hatte (4,2 Prozent).

„Die Regierung hat Anfang 2011 einschränkende Maßnahmen vorgenommen, um der Inflation entgegenzuwirken und damit die Steuern und Zinsen auf Kreditvorgänge (Imposto sobre Operações de Crédito, kurz: IOC) erhöht. Außerdem haben die Probleme Europas letztendlich auch Brasilien beeinflusst. Das BIP (Bruttoinlandsprodukt), was bei vier Prozent lag, sank unvorhergesehen auf 2,8 Prozent. Diese Faktoren hatten Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Einkommen, steigerten die Nichtzahlungsfähigkeit und Banken hatten strengere Richtlinien bei der Verteilung von Krediten. Das bremste das Wachstum“, so Meneghetti.

Für den Verkauf von LKWs, Bussen und Motoren sagt der FENABRAVE ein Wachstum von 5,76 Prozent für 2012 voraus, mit 5,89 Millionen verkauften Einheiten. 2011 lagen die Verkäufe in diesem Bereich bei 5,57 Millionen Einheiten, was ein Wachstum von 4,79 Prozent im Vergleich zu 2010 ausmache.

Laut Tereza Fernandez, geschäftsführende Gesellschafterin der Consultingfirma MB Associados, werde dieses Jahr das BIP Brasiliens um 3,5 Prozent steigen. Vergleichsweise hatte die Regierung einen Anstieg zwischen vier und fünf Prozent vorausgesagt. Der Basiszins SELIC werde sich um die neun Prozent belaufen und die Inflation um 5,5 Prozent. Diese Prozentzahlen sollen aber nur erreichbar sein, wenn Europa in der Frage zur Bekämpfung der Krise voranschreite. (ds)