Tankstelle in São Paulo / Copyright: Wikipedia, GNU, M. M. R. Duran Ortiz

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Im kommenden Jahr (2012) soll Brasilien Deutschland in der Biodieselproduktion überholen und sich zum weltweit stärksten Produzenten dieses Kraftstoffes entwickeln, so teilte Miguel Rossetto, Präsident des brasilianischen Mineralölunternehmens Petrobras-Biokraftstoffe (Petrobras Biocombustível) mit. Rossetto nahm gestern (09.11.) an der öffentlichen Anhörung in der Kommission zur regionalen Entwicklung und Tourismus (Comissão de Desenvolvimento Regional e Turismo) im Senat teil.

Laut Rossetto sei das Biodiesel-Programm Brasiliens nicht nur erfolgreich, sondern es gäbe immer noch Herausforderungen wie die Dezentralisation der Produktion und die Erweiterung der Teilnahme von familiären Landwirtschaftsbetrieben als Rohstofflieferanten. „Unsere Herausforderung ist, weiterhin mit Erfolg zu wachsen“, so Rossotto. Hierbei sei die bessere Verteilung auf die brasilianischen Bundesstaaten von großer Bedeutung und die stärkere Beteiligung kleiner Produzenten, vor allem aus den ärmeren Regionen.

Von 2008 bis 2011 stieg der Verkauf von Biodiesel von 1,1 Millionen Kubikmeter (m³) auf 2,6 Millionen m³ an. Die westlichen Gebiete Zentralbrasiliens und der Süden weisen die größte Anzahl von Fabriken auf. 2010 nahmen 100.000 Familienlandwirtschaftsbetriebe am Biodiesel-Programm teil. Leider seien die Produktion und die Löhne dieser Familien noch nicht ausreichend, so Rossetto.

Das Wachstum des Biodiesel-Programms sei abhängig vom Anstieg der Menge des Biodiesel, das derzeit zu fünf Prozent dem Mineralöl beigemischt wird. Des Weiteren müsse natürlich auch der Export intensiviert werden. Rossetto verteidigte die momentane Steuererhöhung für den Sektor und versicherte landwirtschaftlich und sozial schwächer entwickelten Regionen Unterstützung.

Außerdem sprach Rossetto über Ethanol, dessen Produktion und Konsum gerade zurückgehe. In den nächsten Tagen wird die brasilianische Regierung Maßnahmen ankündigen, um diesen Sektor voranzutreiben. Diese Maßnahmen seien bereits vom brasilianischen Finanzministerium und vom Ministerium für Bergbau und Energie definiert worden. Außer Finanzierungen für die Lagerhallen seien auch Kredite für Erneuerungen und die Expansion von Röhrichten (Biotopen) vorgesehen. (ds)