Baumwollernte in Brasilien / Copyright: Creative Commons, João Felipe C.S.

Baumwollernte in Brasilien / Copyright: Creative Commons, João Felipe C.S.

Die klimatischen Bedingungen unter denen Brasiliens Landwirte in den letzten Jahren versucht haben, Jahr um Jahr neue Wachstumserfolge zu erzielen, werden zunehmend schwieriger. Immer häufiger vorkommende Starkregen und Überschwemmungen wechseln sich mit Trockenperioden ab. Derzeit leidet der Nordosten Brasiliens unter einer solchen Trockenperiode, die vor allem die kleineren und mittleren Produzenten hart trifft. Diese verfügen über weniger finanzielle Ressourcen, um auch solche Phasen zumindest vorübergehend aus dem eigenen Kapital heraus abzupuffern.

In einem Treffen mit den Gouverneuren aus den nordöstlichen Bundesstaaten hat die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff gestern bekannt gegeben, ein 2,7 Milliarden Reais (ca. 1,1 Milliarden Euro) schweres Hilfspaket auf den Weg zu bringen. Teil des Paketes sind vergünstigte Kredite für die betroffenen Produzenten und vor allem ein Ausbau des bereits in Teilen bestehenden Bewässerungssystems, damit auch bei zukünftigen Trockenphasen eine Agrarproduktion möglich ist. Es sollen auch dort, wo es nötig ist, neue Brunnen erschlossen werden, um dem steigenden Wasserbedarf auf lange Frist gerecht zu werden.

„Dürreprogramm“ (Bolsa Estiagem) nennt die Regierung dieses neue Programm, für das die Landwirte in einem zentralen brasilianischen Register eingetragen sein müssen, um Mittel daraus erhalten zu können. Als Sofortmassnahmen werden für alle die Landwirte, die nicht unter die Ernteversicherung fallen, Einmalzahlungen in einem Gesamtvolumen von 200 Millionen Reais (rund 81 Millionen Euro) ausbezahlt. Auch eine Kreditlinie mit einem Volumen von 164 Millionen Reais (ca. 66 Millionen Euro) wird für die nächsten sechs Monate zur Verfügung gestellt, um Landwirten eine Bewässerung aus Tankwagen zu ermöglichen.

Alle vorgeschlagenen Massnahmen muss die Regierung allerdings noch durch den Kongress bringen, bevor sie umgesetzt werden können. Dass es dabei große Widerstände unter den Parlamentariern geben wird, ist wohl kaum zu befürchten, ist doch die Sicherung der Agrarproduktion und vor allem der Ausbau  der Produktion im Nordosten ein wichtiges Anliegen der derzeitigen Regierung. (mas)