Ein Beamter der Bundespolizei bei der Kontrolle gegen Sklavenarbeit auf einer Farm im brasilianischen Inland. / Copyright: Agência Brasil
Ein Beamter der Bundespolizei bei der Kontrolle gegen Sklavenarbeit auf einer Farm im brasilianischen Inland. / Copyright: Agência Brasil

Ein Beamter der Bundespolizei bei einer Kontrolle gegen Sklavenarbeit auf einer Farm im brasilianischen Inland. / Copyright: Agência Brasil

Der Handel von Menschen sowie Formen von Sklavenarbeit sind in Brasilien immer noch in hohen Maßen existent. In zwei Jahrzenten seien 47.000 Menschen in 1.724 Operationen der Bundespolizei aus sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen befreit worden, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil berichtet (28.01.). Die Strafverfolgung jedoch kommt mit der Bekämpfung der Verbrechen nicht hinterher. Im Bundesstaat São Paulo sei es nur in zwei Prozent der Fälle zu einer Verurteilung gekommen, wie die Zeitung O Globo (28.01.) berichtet. Insgesamt habe die Bundesstaatsanwaltschaft (Ministério Público Federal, MPF) in den Jahren 2002 bis 2013 in 171 Fällen von Menschenhandel oder Sklavenarbeit ermittelt.

In rund der Hälfte der Verfahren sei wegen sklavenähnlichen Arbeitsbedingungen ermittelt worden, wie die am Mittwoch (28.01.) vorgestellte Studie des Ministeriums für Justiz und Verbraucherschutz São Paulo belegt. Ferner seien im Bundesstaat im vergangenen Jahr 31 Fälle von Menschenschmuggel mit dem Ziel der Prostitution bekannt geworden.

Auf die Metropolregion von São Paulo konzentrierte sich der Großteil der Ermittlungsverfahren. In der Regel handle es sich um den Bereich der textilverarbeitenden Produktion. Insbesondere im Stadtteil Bom Retiro, im Zentrum der Stadt, konzentrierten sich kleine Textilfabriken und Schneidereien, in denen Menschen unter unmenschlichen Bedingungen lebten und arbeiteten, wie die Studie beschreibt. Doch auch der Bausektor und die Landwirtschaft fielen negativ auf, wie O Globo berichtet.

Der Mehrheit der Menschen, die unter sklavenähnlichen Bedingungen lebten, komme aus Brasilien selbst. Sie seien zu 65 Prozent männlich und im Alter von 18 bis 30 Jahre. Rund 13 Prozent seien minderjährig. Doch auch ausländische Immigranten seien vom Schmuggel und Sklavenarbeit betroffen. Die meisten seien Bolivianer (80 Prozent), gefolgt von Südkoreanern, Chinesen und Peruanern. (ms)

Quelle: http://agenciabrasil.ebc.com.br/ und http://oglobo.globo.com