Übersetzung der Legende: Grãos- Getreide, Policultura - versch. Pflanzungen, Monocultura - Monokultur, Pastagens - Weiden, Floresta - Wald, Estrativismo - Abbau/Ernte aus urspr. Beständen / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, A.Koehne

Übersetzung der Legende: Grãos- Getreide, Policultura – versch. Pflanzungen, Monocultura – Monokultur, Pastagens – Weiden, Floresta – Wald, Extrativismo – Abbau/Ernte aus urspr. Beständen / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, A.Koehne

Es ist nichts Neues, dass die Agrarindustrie eine bedeutende Rolle in der brasilianischen Wirtschaft einnimmt; so problematisch dies für die Abhängigkeit von den Entwicklungen am Weltmarkt und für die eigene technische Entwicklungen Brasiliens sein mag. Die Regierung Dilma Rousseff hat auch in diesem Jahr nur bedingt Anstrengungen unternommen die Fokussierung auf die landwirtschaftliche Produktion zu ändern. Dies lässt sich allein schon an der Zahl der hier zum Thema bei BrasilNews veröffentlichten Artikel pro Monat leicht erkennen.

Eine gestern (13.11.) veröffentlichte Studie zeigt die große Rolle noch einmal recht deutlich und verbindet die Bedeutung rechnerisch mit dem wirtschaftlichen Wachstum von 2,7 Prozent aus dem vorangegangenem Jahr. Nach diesen Berechnungen gehen 80 Prozent des wirtschaftlichen Wachstums in 2011 auf die landwirtschaftliche Produktion zurück. Diese Zahl umfasst nicht nur die Produktion von Lebensmitteln, sondern auch wirtschaftliche Aktivitäten im Bereich Biomasse, Biokraftstoffe und für andere Verwendungen innerhalb der agroindustriellen Produktionskette.

Eine besondere Rolle nimmt für die landwirtschaftliche Produktion die Region zentraler Westen (Centro-Oeste) innerhalb Brasiliens ein (im Bild Mitte-links, mit hohem Anteil an Getreideproduktion), aus dem wiederum rund 60 Prozent dieser wirtschaftlichen Leistung im Agrarbereich stammen. Die Region umfasst die Bundesstaaten Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Goiás und den Bundesdistrikt von Brasília. In diesen Staaten findet sich derzeit die höchste Konzentration an Agrarproduktion und es sind auch die Staaten, die in der Debatte um die Abholzung am stärksten in der internationalen Kritik stehen. Dies ist die andere Seite der Medaille, auf die derzeit in der Regierung Dilma Rousseff keiner so recht schauen mag, in der Angst die Triebkraft für Wachstum zu bremsen. Die neue Studie hat für diesen Wachstumskurs der Regierung die richtigen Zahlen geliefert. (mas)