80% weniger Getreideproduktion im Nordosten Brasiliens

20.08.2012 | Wirtschaft |

Dürre auf Brasiliens Felder / Copyright: Biota Brasil

Die Dürre hat nicht nur die USA getroffen und dort zu Ernteausfällen geführt. Auch in Brasiliens Nordosten kämpften und kämpfen die Landwirte noch immer mit einer imensen Trockenheit. Wie am Wochenende (19.08.) bekannt wurde, ist die Getreideernte aus dem Nordosten aufgrund dieser Trockenheit um 80 Prozent zurückgegangen.

In den letzten Jahren wurde die Landwirtschaft im Nordosten immer stärker ausgebaut, obwohl dieses Gebiet bereits geografisch zu den Halb-Trockengebieten gehört. Die Landwirtschaft versprach durch neue Bewässerungssysteme und neue Sorten auch in diesen Gebieten Familien durch die Bewirtschaftung ein Auskommen zu garantieren.

Vor allem beim Mais gibt es aktuell starke Verluste, während Landwirte die auf Soja gesetzt hatten, dieses Jahr mit geringeren Einbußen zu rechnen hatten. Die Verluste in der Getreideproduktion im Nordosten werden insgesamt gesehen durch die guten Ergebnisse im Rest des Landes fast wieder ausgeglichen. Ein Trost für die betroffenen Landwirte ist das nicht. Diese stehen nach einer Saison ohne Ertrag vor dem Nichts. In den brasilianischen Bundesstaaten Ceará, Paraíba und Rio Grande do Norte sind sogar Ernteeinbußen bis zu 91 Prozent zu verzeichnen.

Ein ganz anderes Problem haben derzeit die Produzenten von Weizen. Nach einer sehr guten Ernte müssen auch sie um Teile ihres Lohns fürchten. Durch die Überproduktion droht der Preis stark zu sinken. Da die Regierung den Landwirten aber einen Mindestabnahmepreis garantiert, hat das zuständige Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Versorgung (Ministério da Agricultura, Pecuária e Abastecimento, kurz: Mapa) bereits signalisiert, dass es auf der Getreidebörse Ankäufe tätigen will, sollte der Preis zu stark fallen. Für die Landwirte im Nordosten, die von der Dürre betroffen sind, muss sich dies im Moment anhören, wie Hohn über zu niedrige Marktpreise zu diskutieren. (mas)


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