Unter dem Abbau von Bodenschätzen leiden in Brasilien sowohl die Umwelt als auch die Gesellschaft. / Copyright: Wikimedia Commons, Leider, CC BY-SA 3.0
Unter dem Abbau von Bodenschätzen leiden in Brasilien sowohl die Umwelt als auch die Gesellschaft. / Copyright: Wikimedia Commons, Leider, CC BY-SA 3.0

Unter dem Abbau von Bodenschätzen leiden in Brasilien sowohl die Umwelt als auch die Gesellschaft. / Copyright: Wikimedia Commons, Leider, CC BY-SA 3.0

In den vergangenen drei Jahren hat Brasilien zum Teil erheblich unter dem Bergbau gelitten. Studien des Zentrums für Gesteinstechnik (Cetem) des Wissenschaftsministeriums haben die Auswirkungen bereits in 105 Gebieten in 22 brasilianischen Bundesstaaten untersucht und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Abbau von Bodenschätzen „einen großen Einfluss auf die entsprechenden Regionen hat. Die Folgen seien sowohl umwelttechnischer als auch gesellschaftlicher Natur, heißt es. Laut dem Forscher Francisco Fernandes lassen sich Folgen nachweisen in Bezug auf Beschwerden von Bewohnern, Schäden an Flora und Fauna, die Verschmutzung des Wassers sowie Staub in der Luft.

Zu den Studien ist auch ein Buch erschienen „Recursos Minerais e Comunidade: Impactos Humanos, Socioambientais e Econômico“ (etwa: Bodenschätze und Gemeinschaft: Auswirkungen auf Mensch, soziale Umwelt und Wirtschaft), das über die Internetseite des Cetem heruntergeladen werden kann.

Als Doktor im Ingenieurbereich für Bergbau erklärt Fernandes, dass eine der größten Herausforderungen in den Abbaugebieten der Schutz von Wasser ist, denn „die Wiederverwertung sei immer noch ein Traum und nachhaltige Technologien seien in der Praxis noch nicht angekommen“. Brasilien ist laut dem Wissenschaftler heute vom Export abhängig, der dem Land Reichtum und wichtige Reserven beschert. Aber zur gleichen Zeit würden die Abbaugebiete dadurch ausgeschöpft. „Dadurch entsteht ein großer Konflikt, denn es gibt viele sensible Gebiete im Land, wie die der indigenen Bevölkerung, der traditionellen Völker wie die Quilombolas, und der Naturschutzgebiete“, so Fernandes.

Um Umwelt und Gesellschaft zu schützen, hält er die Rolle der Bundesstaatsanwaltschaft für sehr wichtig, die erlassen hat, dass Bergbauunternehmen sich so weit wie möglich an nachhaltige Praktiken halten müssen. „Dies ist allerdings ein langer Weg. Bislang ist der Eindruck, dass wir mit dieser Regel sehr lasch umgehen.“ In vielen Ländern ist zum Abbau von Bodenschätzen eine Umweltgenehmigung notwendig sowie eine Vereinbarung mit den Bewohnern der betroffenen Region. In Brasilien gebe es dagegen, so Fernandes, eine Umweltgenehmigung, die kaum nachverfolgt würde und daher kaum greife. Eine gesellschaftliche Vereinbarung fehle komplett, sodass die Bergbauunternehmen eine Vormachtstellung über jeden und alles hätten.

Das führe auf der einen Seite zu Geldregen, auf der anderen Seite zu aufgeblasenen Städten wie Carajás im Bundesstaat Pará, dem brasilianischen Hauptabbaugebiet, wo die Bevölkerung in zehn Jahren um 300 Prozent gewachsen sei. Gleichzeitig sei die Grundversorgung, zu der auch das System zur Wasserversorgung gehört, kaum entwickelt. (ls)

Quelle: Agência Brasil