Der vierte Bundesparteikongress der Arbeiterpartei (PT) / Copyright: Agência Brasil

Der vierte Bundesparteikongress der Arbeiterpartei (PT) / Copyright: Agência Brasil

Eine Studie, die gestern (06.09.) von der Professorin Maria do Socorro Braga der Bundesuniversität São Carlos (Universidade Federal de São Carlos, kurz: UFSCar) vorgestellt wurde, hat einen großen Einfluss der Parteiführung auf die Aufstellung der Abgeordneten nachgewiesen.

Beobachtet wurden die größten Parteien. Dazu gehören demnach die Demokraten (Democratas, kurz: DEM), die Partei der Demokratischen Bewegung Brasiliens (Partido do Movimento Democrático Brasileiro, kurz: PMDB) und die Partei der Brasilianischen Sozialen Demokratie (Partido da Social Democracia Brasileira, kurz: PSDB). Die Studie wurde von dem Stadtrat Porto Alegre (Câmara de Vereadores de Porto Alegre) und der Bundesuniversität Rio Grande do Sul (Universidade Federal do Rio Grande do Sul, kurz: UFRGS) gefördert.

2010 war in Brasilien das erste Wahljahr, in dem die sogenannte „geschlossene Liste“ (Lista fechada) angewandt wurde. Diese sieht vor, dass die Abgeordneten nicht wie zuvor frei wählbar waren, sondern dass bereits vorher eine Liste mit ausgewählten Abgeordneten feststeht.

Im Zuge der Studie beobachteten Forscher vor der Wahl 120 Kandidaten, die als Abgeordnete zur Wahl standen. Im Durchschnitt waren 35,4 Prozent direkt von Parteichefs oder einer Führungspersönlichkeit der Partei ausgewählt worden. Bei den Demokraten waren es sogar 53,6 Prozent.

Nur bei der Arbeiterpartei (Partido dos Trabalhadores, kurz: PT) war der Wert gering (3,4%). Für den Forscher Bruno Bolognesi, der gemeinsam mit der Professorin Maria do Socorro Braga die Studie erstellte, sei die PT demnach die „fairere“ Partei im Rahmen ihrer Parteiorganisation. (sg)