Über 60-Jährige finden in Brasilien leicht einen Job - dank demografischem Wandel. / Copyright: Wikimedia/ Pedu0303
Über 60-Jährige finden in Brasilien leicht einen Job - dank demografischem Wandel. / Copyright: Wikimedia/ Pedu0303

Über 60-Jährige finden in Brasilien leicht einen Job – dank demografischem Wandel. / Copyright: Wikimedia/ Pedu0303

Gerade Brasilianer über 60 Jahre haben es leicht einen neuen Job zu finden. Der Anteil der Beschäftigten in diesem Alter stieg allein im Zeitraum des zweiten Quartas 2012 bis zum zweiten Quartal 2013 um 6,8 Prozent an, berichtete die Tageszeitung Folha de S. Paulo nach eigenen Berechnungen. Diese Altersgruppe war zudem mit Abstand die, die am meisten zugelegt hat: mehr als fünf Mal so viel als der Durchschnitt (1,1 Prozent).Gleichzeitig sank die Arbeitslosenrate bei den über 60-Jährigen von 2,2 Prozent auf 1,8 Prozent in diesem Zeitraum. Das heißt, dass von 100 Arbeitssuchenden nur zwei keine freie Stelle finden können. Allerdings steht diese Altersgruppe für nur 6,5 Prozent der Beschäftigten jeden Alters.

Es gibt drei Gründe für den Anstieg der Beschäftigung bei den Älteren: die allgemeine Alterung der brasilianischen Bevölkerung, die Suche nach qualifizierteren Arbeitskräften und die Regeln für die Rente, die diejenigen bestraft, die früher aus der Erwerbstätigkeit ausscheiden. „Die Leute wollen kein Geld aus der Rente verlieren und bleiben deshalb länger im Job“, sagt Cizmar Azeredo Pereiro, Projektleiter am brasilianischen Institut für Geografie und Statistik (IGBE). Laut Gabriel Ulyssea vom brasilianischen Institut für Angewandte Wirtschaftsforschung (Ipea) ist vor allem die Suche nach qualifizierten und erfahrenen Arbeitskräften der Grund für die Entwicklung. Der Markt sei vor allem für die besser geschulten Leute offen. „Es gibt Bereiche, in denen Arbeitskräftemangel herrscht. Die Jobs in diesen Sektoren verlangen mehr Know-how und Erfahrung.“

Dagegen beeinflusst für Aurélio Bicalho, Economist bei der brasilianischen Bank Itaú, in erster Linie die Alterung der Bevölkerung den Anstieg der Erwerbstätigkeit unter den Älteren. „Die Demografiefrage führt zum Anstieg der Arbeitskraft. So hat man es auch schon in anderen Ländern beobachten können“, bestätigte er. Was bestimmt, ob Ältere weiter in Arbeit bleiben oder nicht, hänge allerdings mit den Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt zusammen, die sich günstig auf das steigende Angebot an Arbeitskraft und steigende Einkommen ausgewirkt hätten – obwohl es hier im vergangenen Jahr bereits eine Abschwächung gegeben habe. (ls)