Agrarproduktion ist in sechs Bundesstaaten konzentriert / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Veikom

Agrarproduktion ist in sechs Bundesstaaten konzentriert / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Veikom

Die Agrarwirtschaft ist einer der wichtigsten, wenn nicht der wichtigste Sektor der brasilianischen Wirtschaft insgesamt. Auf die Einnahmen aus dem inländischen Verkauf und dem Export der Agrarprodukte ist in Brasilien vieles ausgerichtet und selbst der Wechselkurs wird aus diesem Grund sehr stark kontrolliert, damit die Einnahmen Brasiliens weiter sprudeln. Die Stücke vom Kuchen sind jedoch innerhalb Brasiliens ungleich verteilt. Das ist im Prinzip keine neue Erkenntnis, denn Agrarwirtschaft ist nun mal auch von Klimazonen abhängig und Staaten wie Pará, deren Anteil an Ackerfläche im Vergleich zur Waldfläche nun mal substantiell geringer ist, haben das Nachsehen nicht nur durch den klimatischen Umstand.

Die neue Erkenntnis ist, dass der Reichtum aus der Agrarwirtschaft sich so stark ungleichmäßig verteilt, dass er sich vor allem auf sechs von 26 Bundesstaaten konzentriert. Dies folgt aus einer aktuellen Auswertung aus dem Jahr 2010 durch das brasilianische geografische und statistische Institut (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE). Diese sechs Staaten leisten addiert einen Anteil von 60,9 Prozent am agrarwirtschaftlichen Bruttoinlandsprodukt (Produto Interno Bruto, kurz: PIB). Der größte Einzelbeitrag kommt aus dem Bundesstaat Minas Gerais mit 15,2 Prozent gefolgt vom Bundesstaat São Paulo mit 11,3 Prozent. An dritter Stelle folgt Rio Grande do Sul mit 11,1 Prozent und die drei restlichen Bundessaaten sind Paraná mit 9,3 Prozent, Goiás mit 7 Prozent und Mato Grosso mit 6,9 Prozent.

Nimmt man noch die nächsten vier Bundesstaaten aus dem Ranking hinzu (Bahia mit 5,7 Prozent, Santa Catarina mit 5,1 Prozent, Maranhão mit 4,1 Prozente und Mato Grosso do Sul mit 3,4 Prozent), so erreichen diese zehn Bundesstaaten rund 80 Prozent der gesamten wirtschaftlichen Leistung aus der Agrarwirtschaft. Deutlich wird, dass der Süden und der mittlere Osten Brasiliens in diesem Ranking stark repräsentiert sind – die Bundesstaaten, die gemeinhin als reich gelten. (mas)