Maisernte in Brasilien / Copyright: Agência Brasil

Maisernte in Brasilien / Copyright: Agência Brasil

Man fragt sich schon seit einigen Monaten, wie diese Steigerung im landwirtschaftlichen Bereich eigentlich mit normalen Maßstäben zu erklären sind. Denn schließlich handelt es sich dabei um Pflanzungen und nicht um eine maschinelle Fertigung deren Produktivität man einfach erhöhen kann. Neben der inländischen Produktionsmenge steigt auch kontinuierlich die exportierte Menge an Agrarprodukten in Brasilien, so dass ein Teil dieser Mehrproduktion gar nicht dem heimischen Markt, sondern dem Weltmarkt zur Verfügung steht und vor allem die Handelsbilanz Brasiliens verbessert.

Im Vergleich zum Vorjahr stiegen diesen Oktober die Exporte aus dem Agrarsektor um satte 11,8 Prozent. Das ist ein gigantischer Zuwachs, denn es ist ja nicht so, dass das Niveau aus dem Vorjahr niedrig gewesen wäre oder die Produktivität des Agrarsektors gering. Auf das Jahr gerechnet hat der Agrarsektor die Exporte von Januar bis Oktober um 1,8 Prozent erhöhen können. Damit fällt der Oktober noch deutlicher aus dem Rahmen, denn der Zuwachs im Export ist vor allem einem Produkt zuzuschreiben: Mais.

Mit 13,07 Millionen Tonnen Mais im Wert von über 3,44 Milliarden US-Dollar (ca. 2,7 Milliarden Euro) ist in diesem Jahr der Exportrekord aus dem Jahr 2007 gebrochen worden. Treibkraft dieser Entwicklung war die absehbare Entwicklung in den USA, die durch die lange Trockenheit und Dürre in vielen Staaten einen absehbaren Bedarf am Import von Mais haben würden. Darauf haben sich die brasilianischen Landwirte entsprechend eingestellt und so ist dieser Exportrekord auch eine Antwort auf klimatisch bedingte Besonderheiten. Ob allerdings die Exportsteigerungen Brasiliens nicht auch erneut mit einem Flächenwachstum von Agrarfläche erkauft wurden und so vielleicht langfristig den klimatischen Veränderungen mehr Nachschub geliefert wurde, steht zur Analyse noch aus. (mas)