Minister Carvalho verteidigt die geringe Quote von Landübertragungen an landlose Kleinbauern mit der zunehmenden Verlendung der neuen Siedlungen. / Copyright: Agência Brasil
Minister Carvalho verteidigt die geringe Quote von Landübertragungen an landlose Kleinbauern mit der zunehmenden Verlendung der neuen Siedlungen. / Copyright: Agência Brasil

Minister Carvalho verteidigt die geringe Quote von Landübertragungen an landlose Kleinbauern mit der zunehmenden Verelendung der neuen Siedlungen. / Copyright: Agência Brasil

In einer Fernsehansprache in dem Programm „Bom Dia, Ministro“ (Guten Morgen, Minister) räumte der Minister Gilberto Carvalho Probleme bei der Umsetzung der Agrarreform ein. Viele der neu entstandenen Siedlungen hätten sich zu einer Art Favela auf dem Land entwickelt, so Carvalho, der im Kabinett von Dilma Rousseff für Angelegenheiten der Landlosenbewegung (Movimento dos Trabalhadores Sem Terra, kurz: MST) verantwortlich ist. Häufig fehle es an den einfachsten infrastrukturellen Erschließungen wie Strom oder Wasser. Die Regierung beobachte eine zunehmende Verelendung in den jungen Gemeinden. Aus diesem Grund, so Carvalho weiter, habe die Regierung den Prozess der Übertragungen an Landlose verlangsamt.

Damit reagierte der Minister auf einen Protest des MST vom Anfang der Woche. Das MST warf Dilma Rousseff dabei vor, während ihrer Präsidentschaft sehr wenig für die Demokratisierung des Zugangs zu Land in Brasilien getan zu haben. In der Tat beschränkt sich die Zahl der in den zwei Jahren Regierung Rousseff an Kleinbauern übertragenen Landtitel auf 86 Einheiten. Dabei liegt sie unter der Anzahl der Landübertragungen von Fernando Henrique Cardoso (Präsident von 1995 bis 2002) und weit unter denen ihres Vorgängers Luiz Inácio Lula da Silva (2003-2010).

Carvalho begründete die geringe Anzahl in Form eines Memorandum bezüglich der Bedingungen für Übertragungen. In diesem beschrieb er, dass die Regierung derzeit an einem Katalog arbeite, der Mindeststandards wie den Zugang zu Wasser, Strom und Abwassersystem festlege, um eine weitere Verelendung zu verhindern. (ms)