Alphabetisierung immer noch Herausforderung in Brasilien

18.07.2012 | Politik |
Nur rund 26 Prozent der Brasilianer können als vollständig alphabetisiert bezeichnet werden / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Stilfehler

Nur rund 26 Prozent der Brasilianer können als vollständig alphabetisiert bezeichnet werden / Copyright: Wikimedia Creative Commons, Stilfehler

Eine Studie des brasilianischen Instituts Paulo Montenegro (Instituto Paulo Montenegro) und der Nichtregierungsorganisation Ação Educativa (wörtlich auf Deutsch: ausbildende Aktion) hat nun den Index zum funktionalen Analphabetismus (Indicador do Alfabetismo Funcional, kurz: Inaf) für die Jahre 2011 und 2012 heraus gebracht. Laut diesem Index können gerade mal 35 Prozent der Brasilianer mit einer mittleren Schulausbildung als ausreichend alphabetisiert angesehen werden. Bei den Brasilianern mit einer höheren Schulausbildung beläuft sich der Wert auf 38 Prozent.

Die Studie wurde durch Gespräche, Wissenstests, Leseverständnistests und andere Aufgaben Lesen und Schreiben betreffend erstellt. Nach Informationen der Urheber der Studie kann man die brasilianische Bevölkerung in vier Kategorien unterteilen: Analphabeten, rudimentär Alphabetisierte, Basisalphabetisierte und vollständig Alphabetisierte.

Insgesamt können laut Inaf lediglich 26 Prozent der Brasilianer als vollständig alphabetisiert kategorisiert werden. 27 Prozent sind Analphabeten und die größte Gruppe ist die der basisalphabetisierten Menschen mit 47 Prozent der Bevölkerung. In dem Bericht des Inaf wird kritisiert, dass bislang noch kein sichtbarer Erfolg der Alphabetisierung zu verzeichnen ist, obwohl die brasilianische Regierung bereits zumindest viel für die Basisalphabetisierung getan habe.

Der Bericht fordert die Etablierung einer neuen Qualität der Schulbildung vor allem im Bereich der öffentlichen Schulen. Es habe sich eine neue soziale Schicht heraus gebildet, die heute unbedingt einer höheren Schulbildung bedürfe und auch fordere, heißt es in dem Bericht. Bislang hat die brasilianische Regierung noch keine Reaktion auf die Veröffentlichung des Inaf gezeigt. (sg)


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