Wegen Bürokratie warten 61 Prozent noch immer auf die Freigabe für Schutzprojekte des Amazonas. / Copyright: Wiki Commons: Lubasi
Wegen Bürokratie warten 61 Prozent noch immer auf die Freigabe für Schutzprojekte des Amazonas. / Copyright: Wiki Commons: Lubasi

Wegen Bürokratie warten 61 Prozent noch immer auf die Freigabe für Schutzprojekte des Amazonas. / Copyright: Wiki Commons: Lubasi

Laut einer Studie vom vergangenen Januar sind von zugesagten Hilfsgeldern für den Schutz des brasilianischen Regenwaldes 366 Millionen US-Dollar (rund 270 Millionen Euro) noch immer nicht bei den betreffenden Institutionen angekommen beziehungsweise ausgegeben. Dies entspricht 61 Prozent der Gelder, die zwischen 2009 und 2012 zugesagt worden waren. Diese Zahlen gehen aus einer Studie des brasilianischen Instituts für Schutz und nachhaltige Entwicklung des Amazonas (Instituto de Conservação e Desenvolvimento Sustentável do Amazonas, kurz: Idesam) hervor.

Der Grund für die Verzögerung sei einerseits die exzessive Bürokratie seitens der Geberländer und -institutionen, wie der Forscher des Idesam, Mariano Cenamo, urteilte. Andererseits bereite es auf Seiten der Nehmerinstitutionen Probleme, die Gelder zielgerecht auszugeben oder Ausgaben zurechtfertigen, so Cenamo weiter. In Folge dessen sind von den versprochenen 597 Millionen US-Dollar (rund 440 Millionen Euro) bisher nur 231 Millionen US-Dollar (ca. 170 Millionen Euro) für den Erhalt und Schutz von Urwäldern sowie für Maßnahmen gegen die CO2-Emissionen ausgegeben worden. Zu diesen gehören vor allem Aufklärungskampagnen und Programme für nachhaltiges Wirtschaften.

Die Forscher vom Idesam untersuchten dabei insgesamt 115 Partnerprojekte. Diese begrenzen sich auf Kooperationen von vier privaten Stiftungen und fünf Regierungen auf Seiten der Geber mit vielseitigen brasilianischen staatlichen Institutionen, Firmen und Nichtregierungsorganisationen. Bei Ländern mit vergleichbaren Schutzprojekten und -partnerschaften verhält sich die prozentuale Ausschöpfung laut des Idesam aber noch niedriger. Vietnam beispielsweise konnte erst 18 Prozent, Ghana gar nur drei Prozent der geplanten Gelder ausgeben. (ms)