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Der Bier-Konzern Ambev will sich mit steigenden Kosten in der Produktion aufgrund von möglichen geplanten Steuereinnahmen nicht abfinden. Wie das Unternehmen in einer Telefonkonferenz mit Journalisten mitteilte, werden mögliche Steuererhöhung im Bundesstaat São Paulo auf die Preise umgeschlagen. Zudem drohte der Konzern mit der Möglichkeit, die Produktion zu verkleinern oder die Fabrik im Bundesstaat ganz zu schließen, sollte die Erhöhung bei den Steuern einen größeren Rückgang der Nachfrage nachsichziehen.

„In einem Umfeld, in dem das Unternehmen einen erhöhten Inflationsdruck spürt, mit höheren Produktionskosten, gibt es keine Chance die Steuererhöhungen intern zu kompensieren. Ambev wird daher jede Steuererhöhung auf die Verbraucher umlegen“, sagte Nelson Jamel, Vize-Präsident für Finanzen und Investitionen.

Die Regierung des Bundesstaates von São Paulo diskutiert derzeit eine Erhöhung der Umsatzsteuer ICMS auf Bier von 18 auf 25 Prozent. Der brasilianische Bar- und Restaurantverband (Abrasel) kommentierte dazu, dass die Erhöhung der Steuer um 40 Prozent eine Preiserhöhung von 20 Prozent bedeuten würde und die mögliche Schließung von 85.000 Stätten im Bundesstaat, aufgrund einer sinkenden Nachfrage als Folge der Preiserhöhung. Laut Abrasel schlägt sich jeder Prozent bei der Preiserhöhung mit einem Rückgang um 1,5 Prozent auf die Nachfrage nieder.

Ob die Steuererhöhung durchgesetzt wird, ist laut Jamel noch nicht absehbar. Ihm zufolge reagiert der Bierkonsum allerdings sehr sensibel auf Preisänderungen. „Eine Preiserhöhung verursacht immer einen Rückgang der Verkäufe. Das Unternehmen erkennt die Notwendigkeit der Steuereinnahmen für São Paulo, aber einen einzigen Sektor damit zu belasten wird in der Praxis nicht funktionieren, da dies zu einem Nachfragerückgang und damit zu sinkenden Steuereinnahmen führt.“ (ls)

Quelle: Valor Econômico