Die Seite von Decolar.com soll laut American Airlines die Flüge der Fluggesellschaft verteuert angeboten haben. / Copyright: Auszug der Homepage
Die Seite von Decolar.com soll laut American Airlines die Flüge der Fluggesellschaft verteuert angeboten haben. / Copyright: Auszug der Homepage

Die Seite von Decolar.com soll laut American Airlines die Flüge der Fluggesellschaft verteuert angeboten haben. / Copyright: Auszug von der Homepage

Die US-amerikanische Fluggesellschaft American Airlines (AA) zieht gegen Brasiliens größte Online-Flugbörse, Decolar.com, vor Gericht. Wie die Online-Ausgabe der brasilianischen Tageszeitung Folha de São Paulo am gestrigen Sonntag (17.11.) berichtet, wirft American Airlines dem Flugportal betrügerisches Verhalten vor, was zu finanziellen Lasten der Fluggesellschaft gehe und die Tickets verteuere. Laut der US-Fluggesellschaft transferiert Decolar.com die auf dem Portal bezogenen Flüge an andere Flugbörsen, die wiederum mit American Airlines ein Abkommen zu finanziellen Anreizen abgeschlossen haben. Auf diese Weise erhöhten diese Agenturen den Verkauf von Flügen mit American Airlines. Die Bonuszahlungen der Airline wiederum teilten sie mit Decolar.com, die kein Abkommen mit der Gesellschaft hat, so der Vorwurf.

Gegenüber der Zeitung Folha de São Paulo wollte sich Decolar.com nicht zu Details äußern. Vielmehr hieß es, dass die Firma mit AA in Verhandlungen stehe und optimistisch sei, den Konflikt außergerichtlich zu lösen. Der Prozess gegen den brasilianischen Marktführer unter den Online-Portalen zieht auch das argentinische Pendent, Despegar, mit hinein, dem die brasilianische Seite sowie weitere acht Portale in Lateinamerika, den USA und Spanien gehören. Brasilien ist mit einem Drittel der 3.000 Angestellten für den größten Umsatz und Gewinn verantwortlich.

Das Verfahren wird vor einem Gericht in Florida, USA, verhandelt und verdeutlicht das angespannte Verhältnis zwischen den Fluggesellschaften und den Online-Verkaufsportalen. Seit August werden keine Flüge der AA mehr auf Decolar.com angeboten. Die US-Gesellschaft war für einen großen Teil der Anzeigen auf der Seite verantwortlich. Im Jahr 2010 wurden im Geschäft mit dem Online-Tourismus in Lateinamerika rund 8,2 Milliarden US-Dollar umgesetzt. (ms)