Anatel setzt Verbesserungen im Telefonnetz Brasiliens durch

03.08.2012 | Wirtschaft |

Diese Telefonzellen in Curitiba sind trotz eines guten Mobilfunknetzes stark frequentiert / Copyright: Creative Commons, Morio

Die nationale brasilianische Agentur für Telekommunikation (Agência Nacional de Telecomunicações, kurz: Anatel) ist bereits Ende Juli drastisch gegen die großen brasilianischen Mobiltelekommunikationsbetreiber eingeschritten. Anatel verbot am 23. Juli den Verkauf von weiteren SIM-Karten und Internet-Verträgen für die Anbieter TIM, Claro und Oi, wenn sie nicht binnen einer Woche geeignete Investitionspläne vorlegen, wie die Qualität der Angebote deutlich verbessert werden kann. Die Verbote bezogen sich dabei auf unterschiedliche brasilianische Bundesstaaten. Zuvor hatten sich die Beschwerden der Kunden bei der Anatel über den unzuverlässigen Service und die schlechte Qualität der Netze gehäuft.

Die Anbieter Claro, TIM und Oi sahen sich daraufhin gezwungen, bis gestern Investitionspläne zu erarbeiten, die den Verkauf neuer Verträge ermöglichen. Nach der Vorlage dieser Pläne gab Anatel den Verkauf für die Anbieter wieder frei. Nach diesen Plänen hat sich TIM nun verpflichtet bis Ende 2014 8,2 Milliarden Reais (ca. 3,3 Milliarden Euro) in den Service zu investieren. Die beiden anderen Anbieter Claro und Oi verpflichten sich auf Investitionen in Höhe von 6,3 Milliarden Reais (Claro, ca. 2,5 Milliarden Euro) bzw. 5,5 Milliarden Reais (Oi, ca. 2,2 Milliarden Euro).

Mit der Freigabe des Verkaufs in den sanktionierten Bundesstaaten warnte Anatel die Anbieter vor all zu nachlässigem Umgang mit den getroffenen Vereinbarung. Sollten die Anbieter den Forderungen nach besserer Qualität nicht nachkommen, so hat die Anatel weitere Maßnahmen und Suspensionen von Netzen bereits angkündigt. Die Anbieter TIM, Claro und Oi stehen also unter massivem Druck den Forderungen der Regulierungsbehörde nachzukommen. Sie werden in drei Monaten wieder auf die Fortschritte hin überprüft werden. (mas)


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