In Brasilien soll ein Großteil der öffentlichen Telefonzellen stillgelegt werden / Copyright: Wikipedia, GNU, Alv
In Brasilien soll ein Großteil der öffentlichen Telefonzellen stillgelegt werden / Copyright: Wikipedia, GNU, Alv

In Brasilien soll ein Großteil der öffentlichen Telefonzellen stillgelegt werden / Copyright: Wikipedia, GNU, Alv

In Brasiliens Straßen fallen oft die typischen öffentlichen Telefonzellen auf, eine Art Hörmuschel, auch vor Ort orelhão genannt (von orelha = Ohr). Da diese bedingt durch die Verbreitung von Mobiltelefonen kaum noch genutzt werden, entschied das brasilianischen Telekommunikationsunternehmen ANATEL (Agência Nacional de Telecomunicações), dass von den aktuell aktiven eine Million Telefonzellen 400.000 bis 2016 deaktiviert werden sollen, so teilte der Präsident des Unternehmens, João Rezende, kürzlich mit. Wie die genauen Details sind, wird nach der Analyse des Konzessionsvertrags für Festnetztelefonie festgelegt, die für 2015 angedacht ist. Die Öffentlichkeit soll im März 2014 zur Problematik befragt werden.

Damit die restlichen Telefonzellen noch nutzbar sind, sehe die ANATEL vor, 300.000 existierende Telefonzellen so umzubauen, dass WLAN-Dienste angeboten werden können. Außer Internetzugang und WLAN seien weitere Möglichkeiten Videokonferenzen, das Versenden von SMS und drahtlose Verbindungen von Laptops, Smartphones und Tablets in öffentlichen Telefonzellen. Die restlichen 300.000 Telefonzellen sollen an strategischen Orten erhalten bleiben, an denen die Nutzung immer noch notwendig ist.

Auch kommentierte Rezende, dass 95 Prozent der brasilianischen Gemeinden bis 2019 mit Glasfaserkabeln ausgestattet werden. Problematisch seien allerdings einige Städte, vor allem im Norden des Landes, die so abgelegen sind, dass sie nicht mit der Technologie versehen werden können. (ds)