Industrieanlagen / Copyright: Agência Brasil

Industrieanlagen / Copyright: Agência Brasil

Der Anteil der Industrie an der nationalen Wirtschaft in Brasilien ist in den letzten drei Jahrzehnten um mehr als 40% gesunken. Gegenwärtig macht der Wert dem Institut für Studien industrieller Entwicklung (Instituto de Estudos para o Desenvolvimento Industrial, kurz: IEDI) und dem Professor der Universität Campinas, Júlio Gomes de Almeida, zufolge 17% des Bruttoinlandsproduktes aus.

Laut Gomes de Almeida heiße dies jedoch nicht, dass die brasilianische Industrie geschwächt wäre, es sei kein Verlust in absoluten, sondern in relativen Zahlen. Somit lässt sich der geringe Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt mit dem Zuwachs in anderen Sektoren, wie der Telekommunikation, dem Finanzsektor und der Softwareentwicklung erklären. Weiterhin fand zur gleichen Zeit im Bereich der Land- und Viehwirtschaft eine positive Entwicklung statt.

Der Wirtschaftsprofessor erklärte zudem, dass es im Industriesektor eine Verlangsamung des Wachstums gegeben habe, obwohl die brasilianische Industrie ein hohes Entwicklungspotenzial biete. Er betonte außerdem, dass die Aufwertung des Reals ein entscheidender Faktor für den Rückgang in der Industrie gewesen sei.

Das in der vergangenen Woche vorgestellte Wirtschaftspaket Brasil Maior (größeres Brasilien), hält Gomes de Almeida für eine gute Maßnahme, um Impulse für einen Anstieg im Industriesektor zu schaffen. Trotzdem führt er an, dass weitere politische Reformen nötig seien, um das Versäumnis der letzten drei Jahrzehnte nachzuholen. (gp)