Vor allem im Handel ist der Anteil informeller Beschäftigung massiv gesunken. / Copyright: Agência Brasil
Vor allem im Handel ist der Anteil informeller Beschäftigung massiv gesunken. / Copyright: Agência Brasil

Vor allem im Handel ist der Anteil informeller Beschäftigung massiv gesunken. / Copyright: Agência Brasil

Brasiliens informeller Arbeitsmarkt schwindet. In den vergangenen zehn Jahren ist der Anteil der informellen Beschäftigung von 55 auf 40 Prozent gesunken. Der Rückgang sei in allen Wirtschaftssektoren zu verzeichnen, wie eine am gestrigen Mittwoch (4.12.) veröffentlichte Studie im Auftrag des Instituts für die Entwicklung des Kleinhandels (Instituto para Desenvolvimento do Varejo) die Arbeitsmaktsituation beschreibt.

Die größte Verringerung sei jedoch im Handel erfolgt. Hier fiel der Anteil der informell Beschäftigten um 18 Punkte von 54 auf 36 Prozent. Noch vor zehn Jahren galt der Handel als der Bereich des informellen Sektors schlechthin. Dabei übertraf er sogar die Landwirtschaft. Neben dem Bau und dem Bereich der Hausangestellten sei die Landwirtschaft nach wie vor der Sektor mit dem höchsten Prozentsatz an informeller Beschäftigung, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil berichtet (4.12.). Einen durchschnittlichen Wert erreichten das Hotel- und Gaststättenwesen, der Transport, das Lagerwesen, der Bereich Kommunikation und die Industrie. Einen traditionell geringen Wert wiesen die Bereiche Öffentliche Verwaltung, Bildung, Gesundheit und Sozialarbeit auf, beschreibt die Studie die Verteilung.

Grundsätzlich hätten sich informelle Beschäftigungsverhältnisse nicht verringert. Stattdessen sei heute mehr Arbeit in Sektoren mit formalisierten Anstellungsverhältnissen vorhanden als vor einem Jahrzehnt. Damals seien noch 63 Prozent der Arbeiter und Angestellten in Sektoren mit einem hohen informellen Sektor beschäftigt gewesen. Dagegen seien es heutzutage 35 Prozent. Arbeitsbereiche mit einem hohen Formalisierungsgrad beschäftigten heute mehr als 43 Prozent, während es um 2004 noch 14 Prozent waren.

Darüber hinaus hätten manche Sektoren auch einen inneren Wandel erlebt. Während der Handel vormals massiv von Informalität geprägt gewesen sei, hätten Steuergesetze, neue Unternehmensstrategien im Umgang mit Beschäftigten und die Zunahme von Shopping Centern zu einem Anwachsen formaler Arbeitsverhältnisse geführt, führt die Studie aus. (ms)