Der Anteil der weiblichen Bevölkerung in Erwerbsarbeit stieg zum ersten Mal über 50 Prozent. / Copyright: Agência Brasil
Der Anteil der weiblichen Bevölkerung in Erwerbsarbeit stieg zum ersten Mal über 50 Prozent. / Copyright: Agência Brasil

Der Anteil der weiblichen Bevölkerung in Erwerbsarbeit stieg zum ersten Mal über 50 Prozent. / Copyright: Agência Brasil

Der Anteil der weiblichen erwerbstätigen Bevölkerung ist im Großraum São Paulo zum ersten Mal über 50 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosigkeit bei Frauen fiel gleichzeitig von 12,5 Prozent in 2012 auf 11,7 Prozent in 2013. Dies geht aus einer gemeinsamen Untersuchung der Statistischen Amtes des Staates São Paulo (Fundação Sistema Estadual de Análise de Dados, kurz: Seade) und dem Gewerkschaftsinstitut für Statistik und Wirtschaftsforschung (Departamento Intersindical de Estatísticas e Estudos Econômicos, kurz: Dieese) hervor. Laut der Erhebung sei die Arbeitslosigkeit bei Frauen auf ihren niedrigsten Wert seit 1989 gesunken. Damals hatte sie 10,6 Prozent betragen. Für Männer sank der Wert von 9,4 auf  9,2 Prozent

Dies bedeute aber nicht, dass sich für Frauen die Situation auf dem Arbeitsmarkt grundlegend verbessert habe, wie der Ökonom und Leiter der Untersuchung, Alexandre Loloian, gegenüber der Presse bestätigte. „Es war die Verringerung des Drucks auf den Arbeitsmarkt, der die Arbeitslosenquote bei Frauen sinken ließ und keine Verbesserung von Arbeitsangeboten. Denn der Arbeitsmarkt ist nicht gewachsen“, so Loloian. Im vergangenen Jahr habe es nur 2.000 neue Stellen für Frauen gegeben. Dass der Prozentsatz der weiblichen Bevölkerung im Arbeitsleben gestiegen sei, liegt zudem an einem Geburtenknick in den Jahrgängen der Frauen, die nun auf den Arbeitsmarkt kamen.

Laut der Seade hätten die meisten Frauen im Transport- und Lagerwesen sowie bei Postdienstleistungen Arbeit gefunden. Hier stieg der Beschäftigungsgrad unter Frauen um 12,6 Prozent, gefolgt vom Handel mit 8,3 Prozent. In der Industrie (-2,3 Prozent) und dem Baugewerbe (-13,9 Prozent) nahm die Beschäftigung von Frauen ab.

In der Lohn- und Gehaltsfrage gibt es nach wie vor große Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern, wie die Studie belegt. Auch nach einer leichten Angleichung im vergangenen Jahr verdienten Frauen nur 77,1 Prozent von dem, was Männer verdienten. (ms)