Brasilien will den Anteil von Solarstrom auf über 12.000 MW bringen. / Copyright: Agência Brasil Brasilien will den Anteil von Solarstrom auf über 12.000 MW bringen. / Copyright: Agência Brasil

Brasilien will den Anteil von Solarenergie an seinem Energiemix erheblich ausbauen. Insgesamt soll zukünftig landesweit eine Leistung von 12.528 Megawatt aus Photovoltaik gewonnen werden. Diese Menge würde die aus dem Wasserkraftwerk Belo Monte erzeugte Leistung von 11.000 MW übersteigen, wie die Nachrichtenagentur Agência Brasil berichtete.

Das zuständige staatliche Unternehmen zur Energieforschung (Empresa de Pesquisa Energética, kurz: EPE) kündigte vergangene Woche an, in diesem Jahr 382 Solaranlagen ausschreiben zu wollen. Die Versteigerung der Aufträge soll am 14. August stattfinden, so Agência Brasil. Bereits im Oktober vergangenen Jahres sind Verträge über die Produktion von insgesamt 890 MW zu einem durchschnittlichen Abnahmepreis von 215,13 Reais (etwa 61 Euro) pro MW-Stunde (MWh) erzielt worden.

Der Präsident des EPE, Mauricio Tolmasquim, sagte gegenüber der Presse, dass der Großteil der Anlagen aufgrund der optimalen Sonneneinstrahlung im Nordosten des Landes konzentriert sei. In der Produktion sei derzeit der Bundesstaat Bahia mit 140 Anlagen und einer Gesamtproduktion von 4.400 MW, gefolgt vom Bundesstaat Piauí mit 61 und einer Gesamtleistung von 2.000 MW. An dritter Stelle kommt laut EPE-Bericht Rio Grande do Norte mit 39 Anlagen und 1.332 MW.

Eine der Ursachen für das Umdenken in Brasiliens Energiepolitik ist die einseitige und risikohafte Konzentration von Strom aus Wasserkraft. Die sich in den Sommermonaten wiederholenden Trockenperioden der vergangenen Jahre hatten in großen Teilen des Landes der Stromversorgung starke Probleme bereitet (BrasilNews berichtete, 02.03.15). Zuletzt hatte die brasilianische Regierung angekündigt auch den Anteil von Windkraft massiv ausbauen zu wollen (BrasilNews berichtete, 29.5.15). (ms)

Quelle: Agência Brasil