Am Unabhängigkeitstag Brasilien protestierten ca. 25.000 Menschen gegen Korruption / Copyright: Agência Brasil

Am Unabhängigkeitstag Brasilien protestierten ca. 25.000 Menschen gegen Korruption / Copyright: Agência Brasil

In Brasilien wurde am Mittwoch (07.09.) einmal mehr die Kraft der sozialen Netzwerke demonstriert. Über Facebook wurde am Tag der Unabhängigkeit spontan zu einer Demonstration gegen Korruption aufgerufen. Diesem Aufruf folgten nach Polizeiangaben ca. 25.000 Menschen. Die Wut der Demonstranten richtete sich gegen den Nationalkongress (Congresso Nacional, kurz: CN) und gegen die amtierende Regierung. Auslöser für den Protest war der Freispruch der Abgeordneten Jaqueline Roriz, die zu Recht der Korruption beschuldigt worden war, aber keine Strafe bekam.

Der Chef der Partei der Brasilianischen Sozialen Demokratie (Partido da Social Democracia Brasileira, kurz: PSDB) Álvaro Dias erklärte, dass die Brasilianer eine Verhaltensänderung der Politiker forderten. Sie verlangten mehr Verantwortung im Umgang mit Staatsgeldern und größere Ehrlichkeit gegenüber den Bürgern. Dessen müssten sich die Politiker bewusst werden, so Dias.

Der Fraktionsvorsitzende der regierenden Arbeiterpartei (Partido dos Trabalhadores, kurz: PT) Humberto Costa gab an, dass die Präsidentin Dilma Rousseff bereits Vorkehrungen für Änderungen im Umgang mit der Korruption getroffen habe. Um welche Änderungen es sich genau handele, konnte Costa allerdings noch nicht sagen, er sei jedoch sicher, dass sich in naher Zukunft etwas ändern werde.

Der Abgeordnete der Partei der Demokratischen Bewegung Brasiliens (Partido do Movimento Democrático Brasileiro, kurz: PMDB) Eduardo Cunha ist der Meinung, dass es für die Brasilianer keinen Grund gäbe, auf die Straße zu gehen. Es bestünden bereits ausreichend Institutionen, die kontrollieren würden, dass es in Brasilien nicht zu Korruptionsfällen komme. (sg)