Marco Feliciano, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses will Homosexuelle heilen. / Copyright: Agência Brasil
Marco Feliciano, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses will Homosexuelle heilen. / Copyright: Agência Brasil

Marco Feliciano, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses will Homosexuelle heilen. / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Anwaltskammer (Ordem dos Advogados do Brasil, kurz: OAB) kritisiert den im Menschenrechtsausschuss des Kongresses erlassenen Gesetzesvorschlag „Cura Gay“, etwa „Heilung für Gays“. Der Vertreter der Anwaltskammer, Wadih Damous, bezeichnete das Vorhaben als „eines der absurdesten Gesetze“. Das vergangenen Dienstag (18.06.) im Menschenrechtsausschuss des brasilianischen Parlaments verabschiedete Gesetzesprojekt „Cura Gay“ sieht die Behandlung von Homosexualität und ihren Patienten durch Psychologen vor.

Der Vertreter der Anwaltskammer zeigte vollkommenes Unverständnis. Aufgabe des Abgeordnetenhauses, so Damous, sei es Gesetze zu erlassen, die die Rechte der Bürger garantierten. Das neue Gesetz jedoch kriminalisiere die sexuelle Orientierung. „Es ist beschämend, dass just in dem Moment, in dem das Land durch einen soziale Mobilisierung erfasst wird, die sich gegen fundamentale Praktiken richtet und es geschafft hat, die Homoehe ins Parlament zu bringen, solch ein Gesetzesvorschlag unterbreitet wird“, so der Vertreter der Anwaltskammer weiter.

Dem Ausschuss steht der evangelikale Pastor, Marco Feliciano, von der Christlich Sozialen Partei (PSC) vor. Des Öfteren bereits setzte sich Feliciano durch homophobe Äußerungen in Szene. Marco Feliciano wurde mithilfe des großen Blocks evangelikaler Abgeordneter im brasilianischen Parlament zum Vorsitzenden des Ausschusses für Menschenrechte und Minderheiten gewählt. Zu Minderheiten zähle er Homosexuelle aber nicht, äußert sich Feliciano regelmäßig. Homosexualität halte er für eine Mode oder, wie aus dem aktuellen Fall deutlich wird, für eine Krankheit. Gegen seine Amsteinfühung war es tagelung zu Tumulten im Parlament gekommenn(BrasilNews berichtete, 04.04.2013). Zuletzt hatten in der Hauptstadt Brasiília tausende evangelikale Christen gegen die Homeehe demonstriert (BrasilNews berichtete, 07.06.2013). (ms)