In Brasilien nimmt die Arbeit im informellen Sektor wieder zu. / Copyright: Agência Brasil 651px-Carteiradetrabalho

Die stagnierende wirtschaftliche Leistung Brasiliens zeigt ihre ersten Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die positive Entwicklung der letzten Jahre scheint sich umzudrehen. Erstmals seit geraumer Zeit sank der Anteil formeller Arbeitsverträge, während im informellen Sektor wieder mehr Menschen beschäftigt waren, wie die Zeitung O Estado de São Paulo berichtet (3.6.15). Gleichzeitig stieg die Arbeitslosigkeit auf acht Prozent.

Laut dem statistischen Bundesamt (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE) sank die Anzahl der formell Beschäftigten im ersten Quartal 2015 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent. Gleichzeitig prognostiziert das IBGE bereits einen Anstieg der informellen Arbeit. Dies sei eine eindeutige Folge des schlechten BIP, so der Leiter der aktuellen Studie des IBGE, Cimar Azeredo. Das BIP habe im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 1,6 Prozent hingelegt, das schlechteste Ergebnis seit 2009.

„Es gibt Schwierigkeiten mit der Dauer eines Arbeitsplatzes und mit der Schaffung neuer Stellen. Wir gehen von einem weiteren Verlust von Arbeitsplätzen, dem Verlust qualifizierter Arbeit und einem zunehmenden Rückgriff auf Arbeit im informellen Sektor aus“, so Azeredo.

Insbesondere der Rückgang von formalen Anstellungen im privaten Sektor sei besorgniserregend. Hier seien im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 1,5 Prozent der Stellen verloren gegangen. Dies entspreche 552.000 Arbeitsplätzen, so der Azeredo gegenüber der Presse. Dieser Indikator diene als Thermometer für die Produktivität von Arbeit. (ms)

Quelle: O Estado de São Paulo