Der brasilianische Arbeitsminister Carlos Lupi / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianische Arbeitsminister Carlos Lupi / Copyright: Agência Brasil

Das Brasilianische Institut für Geografie und Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE) publizierte gestern (25.08.) die monatliche Studie zur Situation des brasilianischen Arbeitsmarktes (Pesquisa Mensal de Emprego, kurz: PME) für die sechs Städteregionen Rio de Janeiro, São Paulo, Belo Horizonte, Salvador, Recife und Porto Alegre. Die Arbeitslosenquote im Juli war mit 6% die niedrigste, die seit Beginn der Studie im Jahr 2002 für einen Juli gemessen wurde. Im Vergleich zum Vormonat fiel die Arbeitslosenquote im Juli um 0,2 Prozentpunkte. Die brasilianische Regierung hatte mit einem stärkeren Rückgang gerechnet, dies konnte jedoch durch die Studie des IBGE nicht bestätigt werden. Es seien noch immer rund 1,4 Mio. Brasilianer arbeitssuchend, berichtet der Koordinator der PME Cimar Azeredo.

Azeredo erklärte, zwischen Mai und August komme es normalerweise zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosenquote, in diesem Jahr sei dieser allerdings ausgeblieben. Es bleibe abzuwarten, ob es in den kommenden Monaten zu einer Senkung komme.

Laut Azeredo könne die Industrie mit ihrer hohen Produktivität in den nächsten Monaten die Arbeitslosenquote weiter senken. In diesem Teil des Jahres verstärke die Industrie für gewöhnlich die Produktion, um bis zum Ende des Jahres möglichst viel absetzen zu können.

Auch wenn der erhoffte starke Anstieg der Arbeitsplätze ausblieb, sei zumindest eine Qualitätssteigerung zu verzeichnen, so Azeredo. 10,9 Mio. Brasilianer gingen im Juni laut der PME einer Arbeit nach, bei der sie offiziell mit Lohnsteuerkarte (Carteira Assinada) angemeldet seien. Dies bedeute einen Anstieg von 7,1% im Vergleich zum Juni des Vorjahres, betonte Azeredo. Außerdem sei das Durchschnittseinkommen eines Arbeiters mit 1.612,90 R$ (ca. 697 €) das höchste seit 2002. (sg)