Erste Messe zur Arbeitsvermittlung der Jugendlichen der Favela Rocinha in Rio de Janeiro

Erste Messe zur Arbeitsvermittlung der Jugendlichen der Favela Rocinha in Rio de Janeiro / Copyright: Arte Cidadã

Das Projekt Rio de Janeiros Arte Cidadã, was von einer Sambaschule des Stadtviertels Rocinha (Escola de Samba Acadêmicos da Rocinha) seit 2006 mit der Unterstützung des brasilianischen Erdölunternehmens Petrobras entwickelt wurde, veranstaltet heute die erste Messe zur Arbeitsvermittlung von Jugendlichen des Armutsviertels (Favela) Rocinha (1ª Feira de Empregabilidade da Rocinha). Laut Koordinator und Leiter des Projekts, Felippe Marques, sei das Ziel, neue Arbeitsmöglichkeiten für die Bewohner zu schaffen.

Die Bürger schätzen im Allgemeinen ihre Chancen, in einem Großunternehmen arbeiten zu könenn, als eher gering ein, da sie der Meinung sind, ihre Qualifikationen wären nicht ausreichend oder es sei unmöglich, einen Arbeitsplatz zu finden, so Marques.

Um diese Grundeinstellung zu ändern, wolle man durch die Messe den Bewohnern Unternehmen und dortige Arbeitsmöglichkeiten vorstellen. Sie haben so die Möglichkeit, sich bei allen Firmen zu registrieren, die mit dem Projekt zusammenarbeiten. 1.500 freie Stellen würden dafür zur Verfügung stehen.

Unter anderem werden Firmen wie Simetria Terceirizados e Temporários, ANAERJ, Sheraton, Projeto Grão, Niely cosméticos, Drogarias Pacheco, Espro, Afroreggae, Unimed, InfoGlobo, Plumas e Paetês Cultural, Cemeru, Della Volpe, Dufry und IBMR am Programm teilnehmen und ihr Unternehmen an einem Stand auf der Messe präsentieren.

Aber nicht nur die Bewohner des Viertels Rocinha können diese Möglichkeiten in Anspruch nehmen, sondern auch Bewohner anderer Stadtteile Rio de Janeiros.

Die Idee besteht darin, eine Datenbank zu erstellen, auf die alle Firmen zukünftig zugreifen können. Sobald sich jemand einschreibt, bewirbt er sich also automatisch bei allen Firmen, die sich am Projekt beteiligen.  Man rechne damit, dass ca. 10.000 Menschen am Event teilnehmen. Es sei allerdings möglich, dass diese Erwartungen noch übertroffen werden.

Außer Produktionsprozesse von Material für den Karneval Rio de Janeiros zu begleiten, sehe das Projekt Arte Cidadã vor, Sprachkurse für Berufsenglisch sowie Spanisch anzubieten, um den Arbeitsmarkt stärker auf den Bereich Tourismus vorzubereiten. Des Weiteren werden Informatikkurse angeboten. Dies geschehe vor allem im Hinblick auf die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016. (ds)