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Ab dem ersten Februar wird Argentinien Vorankündigungen über alle importierten Konsumgüter ins Land verlangen. Diese Maßnahme betrifft alle brasilianischen Produkte, die nach Argentinien eingeführt werden. Der Industrieverband des Bundesstaats São Paulo (Federação das Indústrias do Estado de São Paulo, kurz: FIESP) glaube, dass davon 79 Prozent der brasilianische Exporte betroffen seien, aber sei der Meinung, dass die Nachbarländer eine friedliche Einigung erzielen werden.

Der Präsident der FIESP, Paulo Skaf, zeigte sich besorgt. Eine solche Forderung hätte Auswirkungen auf die brasilianische Industrie. Indem man sich den Forderungen Argentiniens entgegensetze, würde auch die Industrie zum Stillstand kommen, denn Verhandlungen können bis zu einem Jahr dauern. Das löse die Probleme der Industrie nicht.

Laut des ehemaligen Sekretärs des Ministeriums für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior, kurz: MDIC), Welber Barral, müsse Brasilien hartnäckig bleiben, um diese Schutzmaßnahmen Argentiniens rückgängig zu machen. Vergeltungsmaßnahmen seien hierbei keine Option, da sie nur Barrieren für beide Länder mit sich bringe.

Eine Alternative stelle laut Barral eine stärkere Integration der beiden Märkte dar, wie diese im Automobilsektor bereits bestehe.

Die brasilianische Regierung werde das Inkrafttreten der neuen Regelungen Argentiniens erst abwarten, um anschließend über neue Maßnahmen im Handel zu entscheiden. Auch Fernando Pimentel, Minister für Entwicklung, Industrie und Außenhandel, stellte kürzlich fest, dass Brasilien mit Argentinien zwar auf politischer Ebene sehr gute Beziehungen hätte, aber dass es auf wirtschaftlicher Ebene immer wieder zu Schwierigkeiten bei Einigungen käme.

Am 11. Januar dieses Jahres wurde in Argentinien für das neue Gesetz gestimmt, was die Einfuhr von ausländischen Produkten ins Land erschwert.

Für Brasilien kann diese Änderung einen starken Rückgang bei Exporten verursachen. Argentinien ist einer der zwei größten Handelspartner des Landes. 2011 erreichten Verkäufe nach Argentinien einen Wert von 22,7 Milliarden US-Dollar. Die Handelsbilanz ergab einen Gewinn für Brasilien von 5,8 Milliarden US-Dollar. (ds)