Präsident des Industrieverbandes São Paulos FIESP, Paulo Skaf / Copyright: Agência Brasil

Präsident des Industrieverbandes São Paulos FIESP, Paulo Skaf / Copyright: Agência Brasil

Die argentinische Regierung garantierte gestern (02.02.), dass die neuen Richtlinien für Importe nach Argentinien, die seit 01.02. in Kraft getreten sind, der brasilianischen Industrie nicht schaden werden. Der Lösungsvorschlag seitens Argentiniens, um den bilateralen Handel in Zeiten der internationalen Krise und des geringeren Wirtschaftswachstums der Region aufrechtzuhalten, sei die brasilianischen Käufe von argentinischen Produkten sowie die argentinischen Importe und brasilianischen Serviceleistungen zu steigern.

Die Problematik war gestern das Thema einer zweistündigen Sitzung des Präsidenten des Industrieverbandes São Paulos FIESP (Federação das Indústrias de São Paulo), Paulo Skaf, mit Wirtschaftsvertretern Argentiniens. Am Treffen nahmen der argentinische Wirtschaftsminister, Hernando Lorenzino, die argentinische Ministerin für Industrie und Handel, Debora Giorgi, sowie die Sekretäre des Außenhandels, Beatriz Paglieri, und des Binnenmarktes, Guillermo Moreno, teil.

Laut Skaf sei die Sitzung sehr positiv abgelaufen, da man garantierte, dass die brasilianische Industrie nicht zu Schaden komme und man nach Lösungsmöglichkeiten suche. So wurde auch der Anstieg der Importe argentinischer Produkte für die Schifffahrt Brasiliens diskutiert. Über die bereits importierten Produkte vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes, deren Weitertransport gerade an Häfen und Zollämtern stagniert, wurde jedoch nicht gesprochen. Darunter befänden sich vor allem Tomatenkonserven, Mais und große Haushaltsgeräte.

Laut neuen Normen müssen argentinische Importeure erst eine Genehmigung beantragen, die den Kauf von Gütern im Ausland bewilligt. Dazu habe die Regierung bis zu dreizehn Werktage Zeit, um die Anträge zu bearbeiten. Die Maßnahme wurde aufgrund wirtschaftlicher Probleme Argentiniens getroffen, da das Land eine Handelsbilanz von mindesten zehn Milliarden US-Dollar aufweisen muss.

Gewinne aus dem Handel seien die Haupteinnahmequelle Argentiniens, so der Wirtschaftsexperte Marcelo Elisondo, Leiter der Beratungsfirma DNI. Argentinien hätte nämlich keinen Zugriff auf externe Kredite und die Regierung brauche unter anderem Gelder, um staatliche Firmen zu finanzieren sowie Sozialpläne und die Gehaltserhöhungen des öffentlichen Sektors. Da die Wirtschaft dieses Jahr nur um 3,5 Prozent wachsen soll, was ein Drittel von 2011 bedeute, werden die Steuereinnahmen auch geringer ausfallen. (ds)