Die beiden Autohersteller im Mercosur, Argentinien und Brasilien, streiten um Einfuhrzölle für Autos. /Copyright: Agência Brasil Die reduzierte IPI-Steuer auf industrialisierte Produkte wurde bis Dezember 2014 verlängert / Copyright: Agência Brasil

Argentinien und Brasilien befinden sich im Handelsstreit um die Einfuhr von Autos. Am Freitag (29.5.) treffen sich in Buenos Aires die zuständigen brasilianischen Minister Mauro Vieira für das Außenministerium und Armando Monteiro für Entwicklung mit ihren argentinischen Kollegen, Wirtschaftsminister Axel Kicillof und Außenminister Héctor Timerman. Anlass ist der Streit über die Zukunft des bilateralen Auto-Abkommens. Das Handelsabkommen regelt, dass jene Fahrzeuge, deren Bestandteile zu mindestens 60 Prozent im Mercosur produziert sind, untereinander von Einfuhrzöllen befreit sind.

Laut der Zeitung Folha de S.Paulo ist es das Interesse Brasiliens, das derzeitige Abkommen, das zum 30. Juni dieses Jahres ausläuft, um mehr als zwei Jahre zu verlängern und erst in 2017 neu zu verhandeln. Für Brasilien macht es keinen Sinn, den bestehenden Vertrag vor den argentinischen Präsidentschaftswahlen im Oktober zu diskutieren. Argentiniens Regierung machte hingegen deutlich, dass es höchstens ein weiteres Jahr auf Neuverhandlungen warten wolle, da die Amtsperiode Kirchners im Dezember 2015 zu Ende geht.

Argentinien will das Abkommen „flexibler gestalten und in Brasilien Autos mit mehr Bestandteilen aus chinesischer und südkoreanischer Produktion verkaufen“, wie die die Folha de S.Paulo berichtet. Dadurch würden die Stückpreise für die Wagen sinken und die argentinischen Exporte nach Brasilien steigen. Brasilien werde diese Änderungen auf keinen Fall akzeptieren und hart bleiben, wie die Folha aus zuständigen Kreisen erfuhr. Wenn Argentinien weiterhin auf eine Lockerung beim Anteil regionaler Zulieferer dränge, werde Brasilien das Abkommen auslaufen lassen und im Falle des Autohandels zwischen beiden Ländern zum freien Handel übergehen. Die brasilianischen Autohersteller befürchten die günstigere Zulieferproduktion aus Fernost. (ms)

Quelle: Folha de São Paulo



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