Argentinien vermisst brasilianische Touristen

23.07.2012 | Wirtschaft |

Recoleta, eine der touristischen Attraktionen in Buenos Aires, bleibt dieses Jahr schlecht besucht / Copyright: Wikimedia, Creative Commons, Bleff

In den letzten Monaten ist das Szenario in den Touristen-Zentren von Buenos Aires folgendes geworden: leere Restaurants und Cafés, Taxifahrer ohne Passagiere, Schlussverkäufe und Plakate mit Preisen, die in brasilianischen Reais angegeben werden.

All dies ist Resultat der Inflation, des hohen US-Dollar-Kurses und der Entwertung des Reais. Die brasilianischen Touristen, die normalerweise im Winter die argentinische Hauptstadt besuchen, seien dieses Jahr ausgeblieben.

Die Inflation in Argentinien liegt laut der Regierung bei neun Prozent, wobei private Beratungsdienstleister diese auf 25 Prozent schätzen. Das hat eine direkte Auswirkung auf den Touristen: So kann ein Kaffee an einem nicht touristischen Ort der Stadt gut die Hälfte kosten von dem, was er in Recoleta – einem Anziehungspunkt für Touristen – kostet.

Daten des Verbandes für Hotels, Restaurants und Cafés in Buenos Aires zufolge, ist die Nachfrage und die Besucheranzahl an den touristischen Plätzen stark sinkend. Hotels sind nur noch zu 40 Prozent ausgebucht, im Vergleich zu 60 bis 70 Prozent im Vorjahr. Die typischen Tangostätten sind nur noch zu 38 Prozent, von vorigen 78 Prozent, ausgelastet.

Ebenso verhalten sich die Einreisezahlen nach Argentinien: zwischen 2009 und 2010 sind diese noch um 29 Prozent angestiegen; zwischen 2010 und 2011 nur um zwei Prozent.

Hernán Lombardi, Inhaber der lokalen Tourismusbehörde, informiert darüber, dass mehrere Möglichkeiten untersucht werden, um den Inflationsschock für die Touristen zu erleichtern. Eine Überlegung ist die Einführung einen Touristen-Dollars, der einen eigenen niedrigeren Kurs haben soll. Eine andere ist die Verlängerung der Rückzahlungsspanne der Mehrwertsteuer, die für den Handel, aber auch für Hotels und Restaurants anfällt. Die Touristen könnten diesen Wert dann am Flughafen zurückerstattet bekommen. In jedem Fall, so Lombardi, sei die Priorität, brasilianische Touristen wieder zurück ins Land zu holen. (jv)


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