Verteidigungsminister Celso Amorim / Copyright: Agência Brasil

Verteidigungsminister Celso Amorim / Copyright: Agência Brasil

Nach Angaben des brasilianischen Verteidigungsministers Celso Amorim sollen die Beziehungen zwischen Brasilien und den Vereinigten Staaten über den Handel hinausgehen und sich auch auf die Verteidigung erweitern. Für Amorim sei es wichtig, dass die USA Technologien nach Brasilien transferiere und zur Befähigung von Spezialisten beitrage. Dieser Sachverhalt wurde gestern (24.04.) bei der Tagung mit dem brasilianischen Minister und dem Verteidigungsminister der USA, Leon Panetta, diskutiert.

„Wenn die USA Interesse haben, die Beziehungen zu Brasilien zu vertiefen, ist es wichtig, dass dieses nicht nur bei den Käufen und Verkäufen geschieht, sondern auch durch neue Partnerschaften“, so Amorim.

Die USA würde anerkennen, wie bedeutend der Transfer von Technik nach Brasilien sei, so teilte Panetta mit. Bereits in den Jahren 2010 und 2011 seien 4.000 Exportlizenzen genehmigt worden. Allerdings müssten vor dem Transfer dieser Technologien einige Paradigmen getestet werden.

So geschah es zum Beispiel, dass Panetta den Kauf von 20 Flugzeugen des Unternehmens EMBRAER im Februar dieses Jahres gestrichen hatte. Trotz allem kauft Brasilien weiterhin Produkte aus den USA. Amorim erklärte dem nordamerikanischen Minister seine Enttäuschung bezüglich der gecancelten Geschäfte. Er sei sich der Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens sicher.

Des Weiteren wurde der Erwerb von Kampfflugzeugen für die brasilianische Luftwaffe (Força Aérea Brasileira, kurz: FAB) diskutiert. Für den Kauf von 36 Maschinen stünden ein schwedisches, ein französisches und ein nordamerikanisches Unternehmen zur Auswahl. Letztendlich würde die Präsidentin Dilma Rousseff die passende Entscheidung treffen, je nach den Notwendigkeiten und Möglichkeiten der brasilianischen Wirtschaft.

Das bilaterale Treffen der Minister fand im Rahmen des Abkommens „Dialog für die Kooperation in der Verteidigung“ statt, das Rousseff mit dem nordamerikanischen Präsidenten Barack Obama unterzeichnet hatte. Außer der Erweiterung der Handelsbeziehungen im Bereich der Verteidigungstechnologien wurden Fragen bezüglich der Logistik, humanitäre Unterstützung, Katastrophenhilfe, Kooperation bei der Unterstützung der afrikanischen Nationen sowie Internetsicherheit diskutiert.

Laut Panetta würde die Regierung der USA derzeit eine Verteidigungsstrategie entwickeln, deren wichtiger Bestandteil auch das Eingehen von innovativen Partnerschaften mit anderen Ländern sei. (ds)