Die Präsidentin des brasilianischen Verbandes für Landwirtschaft Kátia Abreu / Copyright: Agência Brasil

Die Präsidentin des brasilianischen Verbandes für Landwirtschaft Kátia Abreu / Copyright: Agência Brasil

Die Auseinandersetzung um das neue brasilianische Waldgesetz (código florestal) haben gestern (22.11.) zwischen den beiden Interessenlagern im Kongress wieder an Fahrt aufgenommen. Damit könnte eine Verabschiedung noch in diesem Jahr schwierig werden. Die Präsidentin des brasilianischen Nationalen Verbands der Landwirtschaft (Confederação Nacional da Agricultura, kurz: CNA), die Senatorin Kátia Abreu, erklärte gestern, sie sei enttäuscht über die von Senator Jorge Viana präsentierten Vorschläge in der Umweltkommission des Senats (Comissão de Meio Ambiente do Senado).

Es darf kein Waldgesetz geben, das die Konzentration von Land und die Ungleichheiten durch Pacht weiter verschärft. Wir wollen keine weitere Abholzung, da die Fläche an brasilianischem Land ausreicht für die Lebensmittelproduktion, sagte sie in ihrer Präsentation von drei zentralen Punkten ihres Verbandes für die kommenden Verhandlungen.

Die Strafen bei einer Abholzung von Wald durch Produzenten, die über das genehmigte Maß hinausgehen, ist einer dieser Punkte, welche die Präsidentin unabhängig von Produktionsmenge und Größe des Betriebes im neuen Waldgesetz verankert sehen will. Der von Jorge Viana präsentierte Vorschlag sieht bisher vor, die Strafen für Familienbetriebe und Grundstückseigentümer durch steuerliche Veränderungen auszugleichen.

Auch um die landwirtschaftliche Nutzung von Hanglagen wird weiter gestritten. Die Vorlage sieht derzeit ein Limit von 25° Neigung vor. Hiergegen wendete sich die Präsidenten des CNA. „In Minas Gerais wird alle Milch in Hanglagen zwischen 25° und 45° Neigung produziert.“ Ein Limit auf 25° Neigung würde deshalb ihrer Meinung nach die Produktion von Milch im ganzen Land beeinträchtigen.

Auch die landwirtschaftliche Nutzung der brasilianischen Flussgebiete wird nach der Vorlage von Jorge Viana auf die bestehende Infrastruktur limitiert. Plantagen in den Schwemmgebieten sind jedoch im bisherigen Vorschlag von diesem Bestandsschutz ausgenommen. Auch hiergegen richtet sich die Kritik des CNA.

Die Abstimmung über die Vorlage zum neuen brasilianischen Waldgesetz ist für heute (23.11.) in der Umweltkommission des Senats (Comissão de Meio Ambiente do Senado) vorgesehen. Sollte die Abstimmung zugunsten des Vorschlags ausgehen, so könnte das neue brasilianische Waldgesetz noch heute im Plenum des Senats diskutiert werden. (mas)