Das Brasilianische Außenministerium in Brasilia / Copyright: Wikimedia, Xenia Antunes

Das Brasilianische Außenministerium in Brasilia / Copyright: Wikimedia, Xenia Antunes

Der Pressesprecher des brasilianischen Außenministeriums, Botschafter Tovar da Silva Nunes, wies gestern (28.11.) darauf hin, dass die Organisation des Internets, samt der Kontrolle über Adressenvergabe, Verteilung von Internetprotokoll-Nummern (IP) sowie Domain-Namen, von zwei oder drei nordamerikanischen Betreibern gesteuert werde. Die USA rechtfertigen ihre Kontrollposition damit, dass sie das Urheberland des Internets (ursprünglich ein Programm des Pentagons) seien, und es maßgeblich finanziert haben.

Brasilien verhandelt nun mit den Vereinten Nationen über eine Demokratisierung des Internetmanagements.

Trovar da Silva de Nunes nahm gestern an einer öffentlichen Präsentation der Rio+20 Kampagne teil. Die globale Konferenz Rio+20, die sich der nachhaltigen Entwicklung verschrieben hat, wird von den Vereinten Nationen ausgetragen. Brasilien schlug als Thema  unter anderem die Schaffung eines weltweiten Abkommens über den Zugang zu Informationen vor. Denn ohne Informationen, so der Pressesprecher, könnten Menschen nur schwer für ein Verhalten im Sinne nachhaltiger Entwicklung mobilisiert werden. Der Informationsfluss und dessen Organisation seien heute weder sicher noch gerecht, und es müsse sicher gestellt werden, dass neue Akteure beteiligt werden, fügte er hinzu.

Der Vorschlag Brasiliens soll sowohl mit den Vereinten Nationen in New York, als auch bei der Konferenz Rio+20 diskutiert werden.

In der Stellungnahme des Pressesprechers wurden ebenso die Bestrebungen Brasiliens betont, weitgehend unabhängig von den höher entwickelten Ländern agieren zu können – besonders im Bereich Kommunikationsinfrastruktur und Informationszugang. Zu diesem Zweck sollen sich heute (29.11.), im Rahmen der Union der Südamerikanischen Staaten (União de Nações Sul-Americanas, kurz: Unasul), unter anderem die Ministerien für Planung und Kommunikation sowie das Außenministerium beraten, um eine Standortvernetzung hinsichtlich der Nutzung neuester Kommunikationsinfrastruktur für die Region Südamerika sicherzustellen. (jv)