Das Mané Garrincha in Brasília: doppelt so teuer wie veranschlagt. / Copyright: Agência Brasil
Das Mané Garrincha in Brasília: doppelt so teuer wie veranschlagt. / Copyright: Agência Brasil

Das Mané Garrincha in Brasília: doppelt so teuer wie veranschlagt. / Copyright: Agência Brasil

Die Ausgaben für die Fußball-WM 2014 in Brasilien werden die Mittel für die Weltmeisterschaften in Deutschland 2006 und Südafrika 2010 zusammen um ein Weites übertreffen. Bereits nach der Fertigstellung von sechs der zwölf Stadien übertreffen die Kosten bereits die der beiden vorherigen Großereignisse.

Die letzte Überprüfung ergab, dass bereits acht Milliarden Reais (aktuell 2,62 Milliarden Euro) für den Neu- oder Umbau der Stadien ausgegeben wurden. Dies sind 285 Prozent als noch im Jahr der Planungen 2007 veranschlagt waren. Zum Zeitpunkt der Wahl Brasiliens als Austragungsstätte hatte dieses einen Kostenplan von 2,8 Milliarden Reais (circa 920 Millionen Euro) aufgestellt. Nach den neuen Zahlen kosten die Stadien mehr als doppelt so viel wie jede WM zuvor. Für die WM in Südafrika 2010 gab dieses Land für zehn Stadien 3,27 Milliarden Reais (1,07 Milliarden Euro) aus. Der Umbau der zwölf Stadien in Deutschland kostete 3,6 Milliarden Reais (rund 1,2 Milliarden Euro).

Zur Begründung der unerwartet hohen Ausgaben gab die Regierung des Bundesstaates von Rio de Janeiro vergangene Woche „die Anpassungen an einen höheren Wechselkurs“ an. Diese hätten dazu geführt, dass sich die Ausgaben sogar für bereits fertig gestellte Stadien wie das Maracanã in Rio de Janeiro oder das Mané Garrincha in Brasília erhöht hätten, so die Mitteilung der Regierung. Durch den teuren US-Dollar und den die lokale Wirtschaft belastenden hohen Wechselkurs hätte sich allein im Monat Mai 2013 das Maracanã um 277 Millionen Reais (rund 91 Millionen Euro) verteuert.

Jedoch zeigt sich am Beispiel Mané Garrincha in Brasília, dass vor allem viele nachträgliche Anpassungen und Nachbesserungen zu extremen Mehrkosten führten. Ursprünglich waren hier 696 Millionen Reais (rund 230 Millionen Euro) veranschlagt. Doch hätten 19 Nachbesserungen die Kosten um die Hälfte erhöht. Das Eröffnungsspiel und weitere Ausbesserungen an den Stühlen, am Rasen oder der Anzeigetafel erhöhten den Preis schließlich auf 1,43 Milliarden Reais (rund 470 Millionen Euro).  (ms)