Das ThyssenKrupp Stahlwerk „Companhia Siderúgica do Atlântico" in Santa Cruz, Rio de Janeiro / Copyright: Creative Commons, R. Candre

Das ThyssenKrupp Stahlwerk „Companhia Siderúgica do Atlântico“ in Santa Cruz, Rio de Janeiro, eines der großen ausländ. Direktinvestitionen aus den letzten Jahren / Copyright: Creative Commons, R. Candre

Brasilien hat derzeit eine hohe Attraktivität bei Investoren, nicht zuletzt wegen der wenig verbliebenen Investitionsmöglichkeiten durch die Krise in den Industrieländern. Dies zeigen nicht zuletzt die angekündigten Direktinvestitionen wie beispielsweise von Qualcomm in dieser Woche. An der Gesamtsituation Brasilien konnte dies bis jetzt nicht viel ändern und die langsame Deindustrialisierung und Fokussierung Brasiliens als weltweit wichtiger Rohstoffexporteur nimmt bisher ungebremst seinen Lauf.

Die Regierung Dilma Rousseff versucht mit speziellen Programmen der schleichenden Deindustrialisierung Brasiliens eine politische Antwort entgegen zu setzen. Die nun veröffentlichten Zahlen zu den ausländischen Direktinvestitionen (Investimento estrangeiro direto, kurz: IED) lassen denn auch die Regierung wohl ein wenig aufatmen. Denn im Juli verzeichnete Brasilien einen Zustrom von mehr als 8,4 Milliarden US-Dollar (rund 6,7 Miliarden Euro) und damit den höchsten Zustrom an ausländischen Direktinvestitionen seit Dezember 2010, als die IED allerdings eine Höhe von 15,4 Milliarden US-Dollar (ca. 12,3 Milliarden Euro) erreichten. Insgesamt das bisher vergangene Jahr betrachtet liegen die IEDs allerdings sogar noch ein wenig unter der Marke von 38,4 Milliarden US-Dollar (ca. 30,5 Milliarden Euro), welche in 2011 erzielt wurde.

Die registrierten IEDs übertrafen die von der Zentralbank (Banco Central, kurz: BC) herausgegebene Schätzung bei weitem. Diese hatte nur mit einem Volumen von sieben Milliarden US-Dollar (rund 5,6 Milliarden Euro) gerechnet. Auf das Gesamtjahr schätzt die BC die IEDs mit 50 Milliarden US-Dollar (ca. 39,8 Milliarden Euro) um rund 16 Milliarden US-Dollar geringer ein, als diese noch in 2011 betrugen. (mas)