Eines der Produkte des Streits zum Waldgesetz: Soja in Mato Grosso / Copyright: Aprosoja, R. Lima

Eines der Produkte für ausländisches Direktinvestment: Soja in Mato Grosso / Copyright: Aprosoja, R. Lima

Getrieben von der Krise vieler Europäischer Staaten und einem Überschuss an verfügbaren Kapital scheinen viele ausländische Anleger auch weiterhin auf brasilianische Staatsanleihen zu setzen. Dies zumindest spiegeln die Zahlen wider, denn die Summe der Investitionen in brasilianische Schuldpapiere durch Ausländer beläuft sich für den Februar auf 209,1 Milliarden Reais (ca. 86,5 Milliarden Euro) und bricht damit wieder einen neuen Rekord. Der Anteil den ausländische Anleger derzeit an den brasilianischen Schulden halten, beläuft sich auf rund elf Prozent. Die Steigerungen sind verbunden mit einer relativ konstanten Zahl von Investoren, was sich als eine Umschichtung von Kapital innerhalb der Investmentportfolios einiger Anleger zu Gunsten von Brasilien deuten lässt. Aber auch die erzielten Renditen bei den bereits gehaltenen Anleihen wirken sich auf die Summe der Auslandsinvestitionen wertsteigernd aus.

Die Zahl der Investoren scheint die Finanztransaktionssteuer (Imposto sobre Operações Financeiras, kurz: IOF) zu begrenzen, die Brasilien 2009 zur Kontrolle des Zuflusses an ausländischem Kapital eingeführt hatte. Sechs Prozent werden derzeit auf Kapitalströme erhoben, wenn Kapital von Ausländern in festverzinsliche Papiere wie Staatsanleihen investiert wird. Dass Anleger dennoch bereit sind, ihr Geld weiterhin in brasilianische Papiere zu investieren, verrät einiges über die derzeitige Lage auf den internationalen Kapitalmärkten. Indikator dafür ist auch die Umschichtung von kurzfristigen zu langfristigen Anleihen, die die zuständige Finanzbehörde registriert.

Die brasilianische Regierung hat auch wegen der von ihr immer wieder postulierten Kapitalschwemme die IOF auf andere Finanzmarktsegmente ausgeweitet. Demnächst sollen sogar Kreditkartenzahlungen von einer entsprechenden Steuer betroffen sein. Ausländische Direktinvestitionen hingegen sind noch immer ohne Besteuerung, da sich die brasilianische Regierung eine direkte Wirkung auf das wirtschaftliche Wachstum durch solche Kapitalströme erhofft. Zu diesen willkommenen Finanzströmen zählen aber auch die Kredite, welche für die Finanzierung von Exporten brasilianischer Unternehmen notwendig sind. (mas)