Henrique Pizzolato war zunächt mit einem falschen Pass nach Europa geflüchtet. / Copyright: Agência Brasil
Henrique Pizzolato war zunächt mit einem falschen Pass nach Europa geflüchtet. / Copyright: Agência Brasil

Henrique Pizzolato war zunächt mit einem falschen Pass nach Europa geflüchtet. / Copyright: Agência Brasil

Der Auslieferung des früheren Marketing-Chefs der staatlichen kontrollieren Banco do Brasil, Henrique Pizzolato, an Brasilien steht nichts mehr im Weg. Am Donnerstag (12.2.) hob das Revisionsgericht in Rom die Entscheidung der ersten Instanz auf. Pizzolato war 2013 in Brasilien im Rahmen des Korruptionsskandals um Schmiergeldzahlungen an Abgeordnete unter der ersten PT-Regierung, dem Mensalão, wegen passiver Korruption, Veruntreuung und Geldwäsche verurteilt worden (BrasilNews berichtete, 6.2.2014), hatte sich dann aber ins Ausland abgesetzt.

Laut dem Urteil der ersten Instanz in Italien hätte das Ex-Vorstandsmitglied nicht nach Brasilien zurückkehren müssen. Die am Donnerstag getroffene Entscheidung sei nach italienischem Recht jedoch nicht anfechtbar. Der Fall werde nun an das Justizministerium überstellt. Dieses habe 45 Tage Zeit die amtliche Auslieferung durchzuführen, wie Medien berichten (13.2.).

Nach der Entscheidung vom Donnerstag stellte sich Pizzolato den Behörden in Italien. In Brasilien erwartet ihn eine Gefängnisstrafe von zwölf Jahren und sieben Monaten. Die Verurteilung war im Jahr 2013 durch den Obersten Gerichsthof (Supremo Tribunal Federal, STF) gefällt worden, der den Korruptionsskandal aufarbeitete.

Das frühere Vorstandsmitglied der Banco do Brasil war nach seiner Verurteilung zunächst untergetaucht und mit Hilfe eines falschen Passes außer Landes geflüchtet. In Zusammenarbeit von brasilianischer und italienischer Polizei wurde er auf Bitten der brasilianischen Regierung im Februar 2014 in Italien festgenommen. Bis zur Entscheidung über seine Auslieferung wurde er auf freien Fuß gesetzt. (ms)
Quelle: OGlobo