Die Eisenbahntrasse verbindet Rio de Janeiro mit den Häfen Perus. / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, S. Terfloth Mit der Genehmigung des Rechnungshofes kann das Projekt zum Bau einer neuen Eisenbahnstrecke beginnen  / Copyright: Wikipedia, Creative Commons, S. Terfloth

China, Brasilien und Peru bereiten den Bau einer Eisenbahnlinie vom Atlantik zum Pazifik vor. Die so genannte Transoceânica soll vor allem brasilianisches Getreide, insbesondere Soja, nach Peru bringen, um von dort nach China verschifft zu werden. Rund 30 Milliarden Reais (etwa 8,3 Mrd. Euro) sind für das Bahnprojekt veranschlagt.

Die beteiligten Regierungen erhoffen sich durch den neuen Handelsweg, vom Schiffsweg über den Panama-Kanal unabhängig zu werden, wie die Zeitung Folha de S.Paulo berichtete (12.5.). Dies habe eine Zeitersparnis von mehreren Tagen zu Folge. Zwar dauere die Überquerung des Pazifiks von Peru oder Panama aus in etwa gleich viele Tage. Doch verspreche sich vor allem Brasiliens Regierung eine wesentliche Abkürzung durch den direkten Transport an die pazifische Küste. Dies verschaffe der brasilianischen Landwirtschaft wesentliche Wettbewerbsvorteile. Zudem suche China nach Möglichkeiten, den von den USA kontrollierten Kanalweg Panamas umgehen zu können.

Den Planungen zufolge wird die Transoceânica in Rio de Janeiro beginnen und die Bundesstaaten Minas Gerais, Goiás, Mato Grosso und Rondônia durchqueren, bevor sie Peru erreicht. Von dort aus sollen Brasiliens landwirtschaftliche Produkte nach China verschifft werden. Allein Goiás und Mato Grosso gelten als der brasilianische Gürtel des Agrobusiness, über die der Großteil der Sojaproduktion Brasiliens verläuft – an der China besonders interessiert ist. Laut dem brasilianischen Landwirtschaftsministerium sind allein im Monat April 5,31 Millionen Tonnen Soja nach China exportiert worden.

Die drei Regierungen wollen noch diese Woche die ersten Vereinbarungen beschließen, wie die Folha de S.Paulo schreibt. Der chinesische Premierminister Li Keqiang wird dazu in Brasília erwartet. Wie die Nachrichtenagentur TeleSur mitteilte (13.5.), plant die chinesische Regierung in 60 Projekten eine Zusammenarbeit mit der brasilianischen Regierung. Die geplanten Investitionen in verschiedenen Bereichen belaufen sich demnach auf 53 Milliarden US-Dollar. Allein 27 Kooperationen sind im Energiesektor geplant, so TeleSur. (ms)

Quellen: Folha de São Paulo und TeleSur