So wie am Flughafen von Rio de Janeiro sieht es bald auch an den brasilianischen Grenzen aus / Copyright: WikiMedia André Sampaio

So wie am Flughafen von Rio de Janeiro sieht es bald auch an den brasilianischen Grenzen aus / Copyright: WikiMedia André Sampaio

In Städten tief im brasilianischen Inland und außerhalb von Häfen oder Flughäfen wird es bald möglich sein, zollfrei importierte Waren zu erwerben. Der brasilianische Kongress verabschiedete dazu vergangene Woche einstimmig ein Gesetz, nachdem es erlaubt sein wird, in Städten entlang der brasilianischen Grenze Geschäfte mit zollfreien Waren zu eröffnen.

Das Gesetz, das noch von Präsidentin Dilma Rousseff unterzeichnet werden muss, wird insgesamt 28 Gemeinden in neun Bundesstaaten zugute kommen. Es ist eine Reaktion auf den massiven Strom an zollfreien Waren, die maßgeblich in grenznahen Geschäften in Uruguay, Paraguay und Argentinien verkauft werden. Die kaufkräftigsten Kunden sind dabei gerade Brasilianer, die für den Einkauf gern diese Fahrt ins Nachbarland auf sich nehmen. Zehn dieser Grenzzwillingstädte befinden sich in Rio Grande do Sul, dem südlichsten Bundesstaat Brasiliens mit Grenzen zu Argentinien und Uruguay.

Statistische Zahlen zeigen, dass im Jahr 2011 zum Beispiel allein an uruguayischen Grenzstädten zollfreie Waren im Wert von 365 Millionen US-Dollar verkauft wurden. Diese Zahl stellte einen Zuwachs von 19,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar, so die uruguayische Handelskammer (Camera Nacional de Comercio y Servicios, kurz: CNCS).

Das neue Gesetz erlaubt nun dem Ministerium der Nationalen Integration, solche Geschäfte auch auf brasilianischem Boden zu lizenzieren. Bereits eine Woche zuvor wurde ein Entwurf vom Senat mit konkreten Änderungsvorschlägen an den Kongress zurückgesandt. Diese bezogen sich maßgeblich auf die rechtliche Handhabe und den Umgang mit Schmuggel von zollfreien Waren und legten Strafmaße für den Missbrauch fest. (er)