Kampagne zur Wiederwahl von Lula

Kampagne zur Wiederwahl von Lula / Copyright: Agência Brasil

Der brasilianischen Bank PanAmericano wird vorgeworfen, 2006 eine Zuwendung von 500.000 Reais (etwa 207.000 Euro) zugunsten der Wahlkampagne des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva getätigt zu haben. Um die Wiederwahl Lulas zu unterstützen, nutzten der Ex-Präsident der PanAmericano, Rafael Palladino, und fünf weitere ehemalige Direktoren der Bank ihre Unternehmen, um die Herkunft des Geldes zu verbergen, so ein gestern (06.11.) erschienener Artikel.

Laut den zuständigen Wirtschaftsprüfern, die die Buchhaltung der brasilianischen Bank Anfang des Jahres kontrollierten, seien sieben Unternehmen „benutzt“ worden, um die besagte Summe an die brasilianische Arbeiterpartei (Partido dos Trabalhadores, kurz: PT) weiterzuleiten. Der Beitrag wäre zwar regulär durch die Partei verbucht worden, doch man hätte die Identität der Inhaber der involvierten Unternehmen kennen müssen, um sie damals mit der Bank PanAmericano in Verbindung bringen zu können.

Die Spenden wurden alle am selben Tag im Dezember 2006 getätigt, nachdem die Wiederwahl Luiz Inácio Lula da Silva schon ein Monat lang abgeschlossen war. Dennoch ist die brasilianische Partei mit einer Verschuldung von etwa 10 Millionen Reais (rund 4,1 Millionen Euro) aus den Wahlen gegangen.

Zwei der betroffenen ehemaligen Führungskräfte der Bank haben sich im Verfahren geäußert und angegeben, dass es sich bei den Geldern um persönliche und nicht um institutionelle Zuwendungen im Namen der Bank handelte. Letzten Montag wurde Rafael Palladino von der Bundespolizei (Policia Federal) im Verfahren, welches die Unterschlagung von insgesamt 4,3 Milliarden Reais (ca. 1,8 Milliarden Euro) innerhalb der brasilianischen Bank PanAmericano untersucht, angezeigt. (jv)