Auch die Atomkraft bleibt von Korruptionsvorwürfen nicht verschont. / Copyright: Wikimedia Commons, Sturm Im Jahr 2016 soll die Kernkraftanlage Angra 3  ans Netz gehen und Angra 1 und 2 (im Bild) ergänzen. Doch schon jetzt ist klar, dass Brasilien die Anlage nicht aus eigener Anreicherung beliefern werden kann. / Copyright: WikiCommons: Sturm

Die Welle von Verhaftungen wegen des Verdachtes auf Korruption reißt nicht ab. Nun ist auch das staatliche brasilianische Atomenergieunternehmen Eletronuclear in den Fokus der Ermittlungen geraten. Am Dienstag (28.7.) verhaftete die brasilianische Bundespolizei den bisherigen Leiter der Eletronuclear, Otthon Luiz Pereira da Silva, wegen Verdachts auf Korruption, Geldwäsche und der Bildung einer kriminellen Vereinigung, wie der Ermittler Athayde Ribeiro Costa auf einer Pressekonferenz bekanntgab. Der Marineadmiral da Silva gilt als Vater des brasilianischen zivilen Atomprogramms.

Othon Luiz Pinheiro da Silva wird vorgeworfen, Schmiergelder in Höhe von 4,5 Millionen Reais (1,2 Millionen Euro) angenommen zu haben, wie die Zeitung Valor Econômico berichtete. Von dem Korruptionsskandal betroffen ist folglich auch der Bau des dritten Atomreaktors Angra 3, 190 km südwestlich von Rio de Janeiro gelegen.

Die Bauarbeiten am Reaktor Angra 3 wurden bereits Ende 2014 gestoppt, nachdem beteiligte Bauunternehmen über ausbleibende Zahlungen der Regierung klagten. Diese begann in Folge der Enthüllungen im „Petrolão“-Korruptionsskandal Zahlungen an involvierte Bauunternehmen einzustellen.

Die Anschuldigungen gegen den Admiral gehen bereits auf April 2015 zurück. Damals hatte Dalton Avancini, Geschäftsführer des Baukonzerns Camargo Corrêa SA, in einer Aussage das Kartell um den Bau des Atommeilers offen gelegt und den damaligen Vorstandspräsidenten der Eletronuclear da Silva beschuldigt, die Hand aufgehalten zu haben, wie die Zeitung O Estado de S. Paulo berichtet hatte. (ms)

Quellen: O Estado de S. Paulo und Valor Econômico