Das Bauunternehmen Camargo Corrêa fuhr wegen der Emittlungen im Korruptionsskandal um die Petrobras einen Millionenverlust in 2014 ein. / Copyright: Agência Brasil Das Bauunternehmen Camargo Corrêa fuhr wegen der Emittlungen im Korruptionsskandal um die Petrobras einen Millionenverlust in 2014 ein. / Copyright: Agência Brasil

Die Untersuchungen gegen Beteiligte im Korruptionsskandal um den halbstaatlichen Erdölkonzern Petrobras zeigen erste weitreichende finanzielle Konsequenzen für die Unternehmen auf. Wie der große Baukonzern Camargo Corrêa diese Woche bekannt gab, hat das Unternehmen das vergangene Jahr mit einem Verlust von schätzungsweise 792 Millionen Reais (etwa 243 Millionen Euro) abgeschlossen, wie die Zeitung Estado de São Paulo berichtet.

Der Verlust sei Folge der Ermittlungen der Bundesbehörden. Gegen das Bauunternehmen wird in mehreren Fällen wegen Bestechung ehemaliger führender Vertreter des Mineralölkonzerns Petrobras ermittelt. Solange die Ermittlungen liefen und die Vertragsabschlüsse für Aufträge durch die Petrobras untersucht werden, bestehe Zahlungsstopp. Zudem sind die betreffenden Unternehmen von weiteren Ausschreiben ausgeschlossen. Viele Baustellen stehen still, berichten lokale Medien.

Erst im März war der Präsident der Camargo Corrêa, Dalton Avancini, nach seiner Aussage vor dem Staatsanwalt und gegen Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Avancini war seit Mitte November in Haft und darf seine Wohnung vorerst nicht verlassen, wie der Estadão berichtet. Auch einer der Vize-Präsidenten des Unternehmens, Eduardo Leite, ist vorerst gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß.

Im Rahmen der Operation “Lava Jato”, zu deutsch etwa „Waschmaschine“, ermittelt die brasilianische Bundespolizei (Polícia Federal) gegen Unternehmen wegen Bestechung von Angestellten der Petrobras sowie der Beteiligung an einem Kartell (BrasilNews berichtete, 25.11.2014). Ermittelt wird des Weiteren wegen Preisabsprachen bei Ausschreibungen für die Vergabe der lukrativen Aufträge von Petrobras oder wegen der Gründung von Scheinfirmen und der Auftragsvergabe gegen Bestechung.

Mitte März dieses Jahres gab die brasilianische Finanzaufsicht (Controladoria-Geral da União, kurz: CGU) die Aufnahme von Verfahren wegen Bestechung, Kartellbildung und Geldwäsche gegen mehr als zehn große Unternehmen bekannt. Gegen diese wird in der Korruptionsaffäre um das halbstaatliche Erdölunternehmen Petrobras ermittelt (BrasilNews berichtete, 12.3.15). Laut Medienberichten zählen die Unternehmen UTC-Constran, Camargo Corrêa, Queiroz Galvão, Mendes Junior, OAS, Engevix, Galvão Engenharia und Iesa zu den betreffenden Firmen, so die Zeitung Valor Econômico. (ms)

Quellen: Estadão und Valor Econômico