Bekanntgabe des Plans „Leben ohne Grenzen“ / Copyright: Agência Brasil

Bekanntgabe des Plans „Leben ohne Grenzen“ / Copyright: Agência Brasil

Durch den Plan „Leben ohne Grenzen“ (Plano Viver sem Limite) werden 150.000 Ausbildungsplätze für Personen mit Behinderungen in Brasilien zur Verfügung gestellt. Gestern (17.11.) wurde der Plan von der brasilianischen Regierung bekanntgegeben, mit Investitionen in Höhe von 7,6 Milliarden Reais (ca. 3,2 Milliarden Euro) bis zum Jahr 2014. Das Ziel sei es, Personen mit Behinderungen besser in die brasilianische Gesellschaft zu integrieren.

Der Plan „Leben ohne Grenzen“ wird in vier Gebieten Anwendung finden: in der Bildung, im Gesundheitswesen, bei sozialer Einbeziehung sowie im Rahmen verbesserter Mobilität.

„Wir glauben, dass wir Ressourcen optimieren, ergebnisorientiert arbeiten und unsere Ziele mit diesem Plan erreichen werden, um das Leben der Personen mit Behinderungen zu verbessern“, so teilte Maria do Rosário, Ministerin des Sekretariats für Menschenrechte, im Palast der Hochebene mit.

Im Bildungswesen sieht der Plan Investitionen in Höhe von 1,8 Milliarden Reais (rund 0,75 Milliarden Euro) vor. Hierbei sollen 42.000 öffentliche Schulen und staatliche Bildungseinrichtungen an die Bedürfnisse der Personen mit Behinderungen angepasst werden. Außerdem will man 2.600 Busse zum Transport von 60.000 Schülern zur Verfügung stellen. 648 Lehrer werden eingestellt und neue Klassenräume mit multifunktionalen Ausstattungen geschaffen.

Dem Gesundheitswesen stehen 1,4 Milliarden Reais (ca. 0,58 Milliarden Euro) zur Verfügung. Damit soll die Anzahl der Guthrie-Tests (Test bei Neugeborenen zur Früherkennung von Krankheiten) erhöht werden; bis 2012 sollen Ärzte auch zwei andere Anomalitäten mit diesem Test erkennen.

Die Produktion von Orthesen und Prothesen wird erhöht sowie der Zugang zu diesen Produkten erleichtert werden. Das System des öffentlichen Gesundheitswesen (Sistema Único de Saúde, kurz: SUS) stellt Ressourcen zur Adaption und Erhaltung von Rollstühlen zur Verfügung.

Für den Bereich der sozialen Einbeziehung werden Zentren eingerichtet, die Personen mit Behinderungen in besonderen Lebensumständen unterstützen, wie zum Beispiel Menschen in extremer Armut. Hierfür sollen 72,2 Millionen Reais (ca. 30,16 Millionen Euro) eingesetzt werden.

Für eine Verbesserung der Mobilität investiert man 4,1 Milliarden Reais (rund 1,7 Milliarden Euro). Hierbei handelt es sich unter anderem um das Entstehen von fünf Zentren zur Ausbildung von Blindenführhunden in jeder Region Brasiliens. Im Moment existieren in diesem Bereich nur zwei qualifizierte Einrichtungen im Land.

Daten des Brasilianischen Instituts für Georgrafie und Statistik (Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística, kurz: IBGE) des Jahres 2010 zeigen, dass 23,91 Prozent der brasilianischen Bevölkerung mit einer Art von Behinderung lebt. (ds)