Mehr Verkauf und vor allem mehr Produktion von Kleinwagen und LKW im laufdenen Jahr. / Copyright: Agência Brasil
Mehr Verkauf und vor allem mehr Produktion von Kleinwagen und LKW im laufdenen Jahr. / Copyright: Agência Brasil

Die brasilianische Autoflotte hat zwischen 2002 und 2012 um 80 Prozent zugelegt. / Copyright: Agência Brasil

Um sich fortzubewegen, benutzt heute bereits die Hälfte aller erwachsenen Brasilianer ein Auto oder Motorrad, so der Bundesverband der Nahverkehrsunternehmen (Associação Nacional das Empresas de Transportes Urbanos, kurz: NTU). Der Forscher Carlos Henrique Carvalho vom Instituto de Pesquisa Econômica Aplicada (Ipea) stellte in der neuen Studie über die Bewegung auf dem Automarkt fest, dass „es in den letzten Jahren eine eindeutige Stärkung der privaten Fortbewegungsmittel gegenüber dem Öffentlichen Naherkehr gab“.

Die Anzahl der in Brasilien gemeldeten Privatfahrzeuge wie Autos und Motorräder ist zwischen 2011 und 2012 um acht Prozent gestiegen. Dies verdeutlicht eine Studie der Gewerkschaft der Zulieferindustrie für den Fahrzeugbau (Sindicato Nacional da Indústria de Componentes para Veículos Automotores, kurz: Sindipeças). Die Studie der Sindipeças zeigt in diesem Zusammenhang, dass die brasilianische Autoflotte zwischen den Jahren 2002 und 2012 um 80 Prozent zugelegt hat und im vergangenen Jahr 35,8 Millionen Stück erreichte. Die Nummer der Mopeds verfünffachte sich von 2,5 Millionen auf 12,4 Millionen Stück.

Städte wie São Paulo weisen bereits jetzt eine Rate von zwei Personen pro Fahrzeug auf – ein Wert der US-amerikanischen oder europäischen Städten gleicht. Allein die fünf Bundesstaaten São Paulo, Minas Gerais, Rio de Janeiro, Rio Grande do Sul und Paraná vereinen rund 72 Prozent aller Autos und Motorräder auf sich. Außerhalb der Metropolen beträgt der Durchschnitt noch immer 8,8 Einwohner pro Fahrzeug. Im Landesdurchschnitt waren es im vergangenen Jahr 5,2 Personen, während es zehn Jahre zuvor noch  8,2 Personen pro Fahrzeug waren. Demzufolge setzt die Automobilindustrie in der kommenden Zeit auf ein Wachstum in den weniger motorisierten Bundesstaaten. Dort sollen bis 2017 Verkaufszahlen von 5 Millionen Privatfahrzeugen jährlich erreicht werden. (ms)