Die Präsidentin Dilma Rousseff auf der Weihnachtsfeier der Catadores von São Paulo / Copyright: Roberto Stuckert Filho, brasilianisches Präsidialamt

Die Präsidentin Dilma Rousseff auf der Weihnachtsfeier der Catadores von São Paulo / Copyright: Roberto Stuckert Filho, brasilianisches Präsidialamt

Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff hat gestern (22.12.) die Tradition ihres Vorgängers Luiz Inácio Lula da Silva fortgesetzt und die Weihnachtsfeier der Müllsammler und Obdachlosen in São Paulo besucht. Der jährliche Besuch der Weihnachtsfeier ist ein Zeichen, dass diese Menschen und ihre Probleme in der Gesellschaft Brasiliens durch die Politik wahrgenommen werden. Die als Catadores bezeichneten Müllsammler verdienen ihr Geld mit der nächtlichen Sammlung von Recyclingmüll wie Papier, Kunststoffe und Metalle und verdienen ihr geringes Einkommen durch den Weiterverkauf an Rohstoffhändler.

Die Präsidentin klassifizierte die Gewalt, die oftmals gegenüber Obdachlosen und Müllsammlern ausgeübt wird, als eine „menschliche Säuberungsaktion“ in den Großstädten Brasiliens, die es von Seiten ihrer Regierung zu bekämpfen gilt. So übergaben die Catadores der Präsidentin auch eine Liste mit 142 Namen von Obdachlosen und Müllsammlern, welche dieses Jahr umgekommen sind. Viele davon auch durch polizeiliche Gewalt. Die brasilianische Regierung wird auch zukünftig nicht die lokale Polizeiarbeit kontrollieren, aber ein Dialog mit den Regierenden der Regionen und Städte ist notwendig, um die Gewalt zu beenden, so die Präsidentin bei ihrer Ansprache.

Auch sprach die Präsidentin von einer notwendigen Qualifizierung der Müllsammler und der Integration in den Plan Brasilien ohne Armut (Plano Brasil sem Miséria). Die Qualifizierung der Müllsammler soll die Wertschöpfung aus den gesammelten Rohstoffen erhöhen und so diese Sparte ebenfalls zu einer ökonomischen Relevanz bringen. Auch der geplante Zusammenschluss der Müllsammler in Vereinigungen begrüßte die Präsidentin ausdrücklich, denn so könnten sie ihre Interessen besser in der brasilianischen Gesellschaft sichtbar machen. Sie versprach auch, alles ihr Mögliche zu unternehmen, dass die gesellschaftlichen Gruppen, die bisher nicht ausreichend Beachtung fanden, während ihrer Amtszeit mehr und mehr zu ihren Rechten kommen können. (mas)