Der weltgrößte Bierkonzern soll unter brasilianischer Beteiligung entstehen. / Copyright: pixabay.com Der Getränkedosenpreoduzent Rexam steigerte sein Geschäft in 2014 deutlich.  / Copyright: pixabay.com

Der belgisch-brasilianische Bierkonzern AB Inbev hat angekündigt, seinen größten Rivalen auf dem Markt, den englischen Konzern SABMiller, kaufen zu wollen. Die Vereinigung der beiden größten Bierunternehmen weltweit mit einem Marktwert von 250 Mrd. US-Dollar und 275 Mrd. US-Dollar würde die Produktion von einem Drittel des weltweiten Bierkonsums unter ein Dach bringen, so die Tageszeitung Folha de S. Paulo.

Laut dem The Wall Street Journal bereitet AB InBev ein Kaufangebot in Höhe von 122 Mrd. US-Dollar vor, die der Konzern dem Konkurrenten vorlegen will, berichtete die Folha. Derzeit stehen die beiden demnach jedoch nicht in Verhandlungen. Diesbezüglich gab AB InBev in einer Pressemitteilung bekannt, dass es „das Ziel von AB InBev ist, zusammen mit dem Verwaltungsrat von SABMiller den Weg einer möglichen Transaktion auszuarbeiten. Es ist nicht sicher, dass diese Strategie tatsächlich in einem Angebot oder einem Vertrag endet.“

Der Kauf von SABMiller würde die Marktposition von AB InBev in den schnell wachsenden Ökonomien Afrikas und Asiens stärken, wo vor allem der englische Konkurrent stark vertreten ist. In über 80 Ländern, wie Australien, Kolumbien, Zambia oder der Tschechischen Republik ist der Konzern mit weltweit 69.000 Angestellten marktführend.

Aktuell hält das brasilianische Investmentunternehmen 3G Capital, das wiederum zusammen mit dem US-Investor Warren Buffet die Lebensmittelkonzerne Heinz und Kraft steuert, 20 Prozent an AB InBev und ist damit deren stärkster Partner.

Medienberichten zufolge sprangen die Aktien nach Bekanntwerden des Kaufinteresses am vergangenen Mittwoch von SAB um 19,9 Prozent und die von AB InBev um 6,41 Prozent nach oben. Gleichzeitig sind auch die Aktienwerte der Konkurrenten wie Heineken und Carlsberg um drei Prozent gestiegen. Dies folgt den Erwartungen, SABMiller könnte die Fusion mit einem anderen Konkurrenten suchen, um der Umarmnung von AB InBev zu entgehen, schreibt die Zeitung Diário Comércio Indústria & Serviço.

Zuletzt hatte SABMiller der niederländischen Heineken ein Kaufangebot unterbreitet, der dieses jedoch vergangenen Sonntag (14.9.) abgelehnt hatte. Laut The Wall Street Journal versucht es SAB Miller jedoch weiterhin. (ms)

Quellen: Folha de São PauloDiário Comércio Indústria & Serviço